
Von Albert Bantle
Niedereschach. Groß ist das Interesse der Bürger an erneuerbaren Energien. Vor allem das nächste Vorhaben der Bürgerenergie Niedereschach (BEN), der Bau einer Hackschnitzelheizung zur Nahwärmeversorgung, beschäftigt sie.
Der Andrang bei der von der Gemeinde und der BEN gemeinsam organisierten Informationsvesammlung zu diesem Thema am Donnerstagabend im kleinen Saal der Eschachhalle war so groß, dass einige Zuhörer sich mit einem Platz draußen im Foyer begnügen mussten. Bürgermeister Martin Ragg konnte auch seinen Kollegen Ralf Ulbrich aus Deißlingen begrüßen. Mit dem Nachbarort soll ein interkommunales gemeinsames Klimaschutzkonzept verwirklicht werden.
Zu Beginn erläuterte der Planer des gemeinsamen Klimaschutzkonzeptes, Klaus Faden, die Maßnahmen zur Umsetzung, wobei es in erster Linie um die Verringerung umweltbelastender Emissionen wie den CO2-Ausstoß ging. Für die Gemeinde erläuterte Andreas Meyer den Stand der aktuell laufenden Datenerhebung. Dabei stellte er heraus, dass die Privathaushalte zu einem großen Teil zur CO2-Emmission beitragen weil der Großteil der aufgewendeten Energie zum Heizen der Gebäude verwendet werde.
Um hier klare Vorgaben zu bekommen, sei auch die Umfrageaktion gestartet worden, damit sich die Gemeinde einen Überblick über den energetischen Zustand der Wohngebäude machen zu können. Ralf Ellenberger stellte die Energieagentur Schwarzwald-Baar-Kreis vor. Dort könne man sich in allen speziellen Fragen beraten lassen. Als Vorsitzender der BEN begründete Alwin Rist die Notwendigkeit für die Gemeinden, den Energiewandel einzuleiten, mit der Energiepreisentwicklung der vergangenen zehn Jahre. Vorhandene Energiequellen und Ressourcen auszuschöpfen und im Ort zu belassen sei das Ziel. Damit bleibe auch die Wertschöpfung lokal.
Für die Nahwärmeversorgung durch eine Hackschnitzelanlage können dieses Jahr die finanziellen und planerischen Vorbereitungen abgeschlossen, 2013 die ersten Rohre verlegt werden. Dabei braucht man das Rad nicht neu zu erfinden, denn wie so ein Projekt im Detail umgesetzt werden könnte, erläuterte Arnold Berghoff von der Firma Planerwerkstatt. Er entwirft seit 18 Jahren Hackschnitzel-Heizzentralen und hat auch das große Nahwärmenetz mit über neun Kilometern Länge in St. Peter projektiert. Er stand nicht nur für Fragen über die Planung und Realisierung solcher Nahwärmenetze, sondern auch für technische Fragen zur Verfügung.
Das interkommunale Klimaschutzkonzept mit der Gemeinde Deißlingen wird auch die Aufteilung der Energiemengen nach Strom, Gas und Heizöl in einer Voruntersuchungen berücksichtigen. In einem zweiten Schritt wird dann aufgezeigt, welche Möglichkeiten und Handlungsfelder für einen effektiven Klimaschutz sich daraus ergeben. Unter ständiger Beteiligung der Gemeinde und der Bürgerschaft soll in einem weiteren Schritt die Umsetzung erfolgen. Zum Abschluss wurden den Einwohnern Beteiligungsmöglichkeiten gezeigt.