Von Christoph Bay

Neuweiler. Gisela Kankel-Dörr vom Landratsamt in Calw hatte keine einfache Aufgabe, den Frauen und Männern des Neuweiler Gemeinderates den bereits längere Zeit vorliegenden Vorentwurf des Teilregionalplanes Landwirtschaft schmackhaft zu machen.

Ihren Ausführungen stellte sie voraus, dass es für landwirtschaftliche Flächen bislang keine Schutzbestimmungen wie für Wald- oder Naturschutzflächen gebe. Dies soll mit dem vorliegenden Regionalplan geändert werden. Darin werden landwirtschaftliche Flächen in verschiedenen Qualitätsstufen ausgewiesen, und besondere Betriebe haben auf der nicht stark auflösenden Karte einen Kreis um sich. Die Qualitätskennzeichnung der Flächen wird mit den von den Betrieben bekannten Daten gemacht und ergibt eine Punktezahl, die sie als Vorrang- oder Vorbehaltsfläche ausweist.

Genau diese Ausweisungen lassen einen Großteil des Ratsgremiums die Sache kritisch sehen. Friedrich Blaich: "Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass dieser Plan für uns überflüssig ist. Wir sind mit unseren Gebieten immer sorgsam umgegangen. Zudem ist auch noch das Landratsamt da, um darüber zu wachen." Anita Burkhardt sieht weiteren Diskussionsbedarf: "In einer Klausursitzung sollten wir uns noch einmal über diesen Plan unterhalten. Jetzt einen Beschluss zu fassen, das fällt mir schwer."

Einen breiten Raum in der Diskussion nahmen die Kreise um die besonderen Betriebe ein, die zum Beispiel in Breitenberg mitten im Ort sind. Bürgermeister Martin Buchwald: "Welche Aussagekraft haben diese Kreise?" Gisela Kankel-Dörr erklärte, dass diese 300 Meter Kreisdurchmesser keine Verpflichtung seien: "Sie sind mehr nachrichtlich zu sehen."

Insgesamt sieht Rätin Anita Burkhardt eine zu große Einschränkung für die weitere Entwicklung der Ortsteile. So wurde eine Beschlussfassung vertagt, zumal es laut Bürgermeister Buchwald keine zeitliche Vorgabe dafür gebe.