
Neuweiler-Zwerenberg. Es war alles andere als einladend, das Wetter im Schwarzwald am letzten Abend des alten Jahres. Mit einem kräftigen Regenguss taufte der Wettergott die tapferen Besucher des traditionellen Fackelns in Zwerenberg.
Doch diese ließen sich die Freude am Silvesterbrauch nicht nehmen und trotzten mit guter Laune und ihren Fackeln dem unangenehmen Nass. Getreu dem Zeitplan zündeten die Männer der Feuerwehr Zwerenberg gegen 19.30 Uhr die großen, aus Tannenreisig zusammengeschnürten und vier Meter langen Trägerfackeln an, der Zug der vielen flackernden Naturflammen setzte sich in Bewegung. Jung und Alt, Kinder, Eltern, Großeltern und Freunde waren gekommen, um in diesem Jahr dabei zu sein, den Rundweg um das Dorf mitzugehen.
Vor der Kirche wurde der hoch aufgeschichtete Holzstoß angezündet, sein Licht leuchtete weit über den Ort hinaus. Dieses Treffen von Jung und Alt aus dem Dorf hat Tradition. Die Ursprünge gehen mindestens ins 19. Jahrhundert zurück. Wahrscheinlich hat das Fackeln vor rund 125 Jahren, also um 1885, ein auswärtiger Knecht in den Ort getragen. In den 1920er-Jahren zogen die Schüler der Sonntags- und Fortbildungsschule am Silvesterabend nach dem Gottesdienst mit Kienholzfackeln ums Dorf, wie alte Aufzeichnungen berichten.
Heute sammelt die Feuerwehr sauberes Brennmaterial und setzt in der Woche vor dem Jahreswechsel einen stattlichen Holzhaufen hinter der Kirche auf. Diesen entzünden nach dem Rundgang wie früher die Reste der Fackeln.