Neuweiler Publikum verlangt nach Zugaben
Schwarzwälder-Bote, 25.07.2012 04:00 Uhr
Das Programm des Kiaroa-Trios ging über vier Stunden, dennoch ist es nicht um eine längere Zugabe herumgekommen. Foto: SchabertFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Hans Schabert
Neuweiler. "Da krieg' ich eine Gänsehaut", flüsterte eine junge Frau, als vor etwa 100 Zuhörern beim Auftritt des Kiaroa-Trios in der Halle der Sportschützengilde Neuweiler eine sanfte Ballade erklang. Bald ließen Harald Ungemach, Norbert Kübler und Thomas Kretschmar aber Melodien von Freddy Quinn, Eric Clapton, den Puhdys sowie aus dem reichen Schatz der Volksweisen folgen.
Schnelle und langsame Titel wechselten sich ab, englischen folgten deutsche und schwäbische. "Bisher waren wir dreisprachig", so Norbert Kübler im dritten Block des vierstündigen Auftritts. Dann sang er mit rauchiger Stimme im Charles-Aznavour-Stil ein französisches Chanson.
Zwischendurch zauberte Harald Ungemach auch einmal mit der Gitarre. Ganz still war es im Saal bei gefühlsbetonten Titeln oder auch bei schwäbischen Eigenprodukten der Gruppe nach bekannten Melodien. Als Background-Sänger betätigten sich Ungemach und Kübler, als Thomas Kretschmar zünftig "The drunken Sailer" vortrug. Und Gershwins "Summertime" klang textlich und melodisch wie das Original.
Aus Claptons "Leila" wurde eine schwäbische Erholungsanleitung: "Lei na, erhol de guat, du bisch net fit, lei na." Der musikalische Oldie des Trios im Wolle-Kriwanek-Stil, der Schwoba-Blues, befasst sich mit der Ortschaft mit besonderem Reiz, natürlich Neuweiler, dessen Ortsteilen und tüchtigen Schwaben. Veyhl, Boysen und Handwerker kommen ebenso vor wie der Schultes und die Vereine. Bemerkenswert ist die Aktualisierung der Songinhalte. In "Des isch onser Hoimat" ist das Kaufhaus Rall weg, der Supermarkt eine Hoffnung.
Das Abschiedslied "Mir wellet jetzt hoim" beinhaltet den Wunsch einer guten Heimfahrt nach Sydney, Kollbich oder Rio. Langer Beifall und Zugabe-Rufe trotzten den Musikern aus Passion noch zwei Lieder ab.
Unter den Gästen in der Schützenhalle mit sichtlichem Vergnügen Bürgermeister Martin Buchwald und Frau Silke. Dass der Wirtschaftsjournalist Thomas Wüpper aus Berlin darunter war, ist kein Zufall. Er stammt aus Neuweiler und macht Urlaub in der alten Heimat.


