
Von Steffi Stocker Neuweiler-Gaugenwald. Eigentlich war es Gerhard Braun selbst zu viel an Trubel um seine Person. Aber nach 50 Jahren als hauptamtlicher Organist im kleinsten Gotteshaus Württembergs sollten Dank und Anerkennung nicht fehlen. So verabschiedete die Kirchengemeinde Gaugenwald ihren Musiker in einem feierlichen Gottesdienst.Auf Geheiß des einstigen Lehrers Honold hatte Braun Unterricht genommen, wie Pfarrer Karlheinz Joos erzählte. "Nicht lange nach der Konfirmation nahm er den Organistendienst hier in unserem Gaugenwalder Kirchle auf", erinnerte er an den Jahresanfang 1962. "Es sind viele hundert Gottesdienste, die Sie als Organist an der Orgel oder ganz früher am Harmonium begleitet haben", würdigte Joos die Verkündigung des Wort Gottes im Lied.
Darüber hinaus engagierte sich Braun seit 1979 als so genannter Teilrechner der Kirchengemeinde. "Versorgung des Gottesdienstopfers, Mitsorge um das Kirchengebäude und bis vor einigen Jahren auch der Einzug des Kirchengeldes, also der Ortskirchensteuer zählen zu den Aufgaben", führte der Laudator aus.
Joos unterstrich die Wertschätzung für eine so lange Dienstzeit, die eine Seltenheit darstelle. Mit einem Notenschlüssel und einem Euro-Symbol aus Hefeteig kam der Pfarrer Brauns Vorliebe für Hefekranz entgegen. Gleichzeitig kündigte er die weitere Verbundenheit des scheidenden Organisten an. Denn künftig wird er die Teilkirchenpflege ehrenamtlich bestreiten und bei Bedarf auch an der Orgel aushelfen. Neue Organistin ist Mirjam Braun.