Neuweiler (hms). Die Geschichte der Friedhöfe und des Totensonntags hat ihren Reiz. Dies zeigte sich beim heimatgeschichtlichen Vormittag des Schwarzwaldvereins Neuweiler, zu dem die Vorsitzende Claudia Wurster eine stattliche Gästezahl im Museumsstüble begrüßte.

Von Referent Hans Schabert war zu hören, dass der auch als Ewigkeitssonntag bezeichnete letzte Sonntag im Kirchenjahr seine Wurzeln in der Liturgie des Mittelalters hat. Als stiller Gedenktag ist er besonders geschützt. Dies geht auf das Jahr 1816 zurück, als Friedrich Wilhelm III. von Preußen dies verfügte.

Wie ab dem Mittelalter die Bestattung der Verstorbenen im Kirchhof der Mutterkirche die einzig seelenrettende Möglichkeit war, oder wann die Friedhöfe im heutigen Neuweiler und im früheren Ämtlein der Vogtsberger entstanden sind, waren weitere Themenschwerpunkte. Deutlich wurde, dass vor 450 bis 500 Jahren das Streben nach eigenen Kirchengemeinden und Bestattungsplätzen einsetzte. Aus den Entfernungen im bis Neuweiler und Enzklösterle reichenden Kirchspiel Ebhausen heraus wird dies verständlich. Der Fußmarsch auf dem Totenwegle war weit und unter schlechten Witterungsbedingungen sogar unmöglich.

Im Jahr 1850 löste sich die Gemeinde Bergorte, später in Aichelberg umbenannt, mit ihrem diesen Namen tragenden Ortsteil Hünerberg und Meistern aus dem kommunalen Verbund Neuweilers. Nun wollte man einen Kirchhof. Aber die zuständigen Gemeinden Zwerenberg und Neuweiler wollten die Mitzahler nicht abgeben. In den Dörfern wollte man nicht nur einen Friedhof. So zog sich der Prozess fast zehn Jahre hin, bis unter Vermittlung des königlichen Oberamts diese Problematik gelöst wurde.

Aichelberg bekam 1859 einen Friedhof, Hünerberg 1860, wohin auch die verstorbenen Meisterner kamen, bis sie 1923 ihren eigenen Gottesacker erhielten. Die Gemeinde Neuweiler wurde nicht mit den geforderten 100, aber immerhin 80 Gulden für diesen Verlust entschädigt.