Neuweiler Im Neuweiler Forst ist die Welt wohl wieder in Ordnung
Schwarzwälder-Bote, 18.05.2012 04:00 Uhr
Das Verfüllen von Rücke- und auch Forstwegen mit Erdaushub entspricht gängiger fortwirtschaftlicher Praxis. Foto: FritschFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Christoph Bay
Neuweiler. Die Forstvertreter Bernhard Hanisch und Stefan Rückert gaben dem Neuweiler Gemeinderat ein positives Signal: "Der augenblickliche Zustand der Waldgebiete rund um Neuweiler ist für den Bereich der Rücke- und Transportwege in Ordnung, nachdem kleinere Fehler jetzt behoben worden sind."
Hintergrund dieser Information war die Fragestellung, ob Arbeiten im Zwerenberger Bereich des Waldes forstfachlich in Ordnung gewesen seien. Dabei sind bestehende Rückewege in den Distrikten 20 (Miss) und 18 (Gaugenwälder Allmend) mit Abraum der Großbaustelle Veyhl verfüllt worden. Und dabei sind wohl stellenweise zu hohe Aufschüttungen vorgenommen worden. Diese sind laut Hanisch und Rückert behoben.
Aus Gründen des Bodenschutzes bei der Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist ein ausreichendes Feinerschließungsnetz unerlässlich. Es ermöglicht eine schonende Waldbewirtschaftung, da das flächenhafte Befahren der Wälder vermieden werden kann. Wegen stark veränderter Rahmenbedingungen – ökonomische Zwänge, technischer Fortschritt und Abbau menschlicher Arbeitskraft spielen hier die größten Rollen – hat sich der Einsatz von Maschinen im Forst deutlich erhöht. Dies zeigt sich beim Langholzrücken bis zu mechanisierten Holzernte- und Aufarbeitungsverfahren. Dazu werden allerdings Forst- und Rückewege benötigt.
In einem ersten Abschnitt sind im vergangenen Oktober Rückegassen auf einer Länge von 1600 Metern mit Aushub der Veyhlbaustelle aufgefüllt worden. Am 19. April wurde dies gestoppt, da ein Besichtigungsgremium die Einbauhöhe von abschnittsweise über einem Meter bemängelt hatte: "Das entspricht nicht forstfachlicher Praxis."
Seit dem 20. April wird kein Material mehr in die Miss gefahren, dafür wurde mit der Umschichtung begonnen und diese am 28. April auch beendet. Mit der Instandsetzung der von Lastkraftwagen nutzbaren Forstwege ist Anfang Mai begonnen worden, Materialbeifuhr und Einbau erfolgten zwischen 8. und 10. Mai.
Es bleibt laut Gemeindeverwaltung aber festzustellen, dass eine rein forstbetriebliche Betrachtung der Bewirtschaftung des Waldes nicht ausreicht. Das steigende Interesse der Bevölkerung an intakter Natur und Umwelt habe zu Kritik an der Maßnahme im Gebiet Miss geführt. So erscheint eine bessere Information von Gemeinderat und Bevölkerung im Vorfeld solcher Maßnahmen zwingend erforderlich.


