
Von Albert M. Kraushaar Neubulach-Altbulach. Der Viehzuchtverein Calw-Nagold nimmt mit Rang fünf unter 20 Zuchtvereinen eine Spitzenstellung in Baden-Württemberg ein. Leistung und Qualität stimmen, denn von 43 Betrieben mit 1878 Kühen wurde ein Schnitt von 7562 Kilogramm Milch produziert.
"Das Leistungsniveau im Kreis Calw sei enorm hoch", lobte Richard Hagendorn von der Rinderunion. Bei der Milcherzeugung sei der Kreis auf die dritte Stelle vorgerückt. Betreut werden noch 20 Viehzuchtvereine mit 1915 Betrieben und 84 408 Kühen, 116 mehr als im Vorjahr.
Auch im Kreis Calw ist deren Zahl leicht von 2161 auf 2198 angestiegen und dies bei einer gleichbleibender Zahl von 61 Betrieben. Die Spezialisten werden größer und besser, beschrieb Toni Frühauf von der Geschäftsstelle beim Landratsamt Calw die Entwicklung. Eine ganze Reihe von Betrieben wie der von Eberhard Hammer (Nagold-Egenhausen), Jens Mayer (Wildberg-Effringen), Wilhelm Stockinger (Neuweiler-Zwerenberg) oder die Michael und Thomas Adams GbR vom Hof Dicke (Calw-Stammheim) sind mit ihren Tieren in den Bestenlisten ganz oben zu finden.
Milchleistungen von 10 000 Kilogramm und mehr pro Jahr und mehr als 100 000 Kilogramm in einem Kuhleben sind inzwischen keine Seltenheit mehr. "Es spricht für die Züchter, dass sie die Tiere so gut versorgen, dass sie solche Lebensleistungen erbringen", sagte Hagendorn.
Dabei zeigt ein Blick in die exakt geführten Statistiken, dass die Kühe immer älter werden. So nahm Mayer eine Auszeichnung für eine Kuh in Empfang, die es auf 15 Lebensjahre, über 100 000 Kilogramm Milchleistung und 13 Kälber gebracht hat. Diese Leistungen werden am Mark honoriert. Zuchttiere, insbesondere Jungkühe sind sehr gut nachgefragt und bringen auf Auktionen beste Erlöse. "Auch die Kälberauktion in Herrenberg läuft sehr gut", zeigt sich Mayer einschließlich der Preise für Schlachtbullen zufrieden.
"Ich hoffe, dass von dem höheren Milchauszahlungspreis am Jahresende auch etwas übrig bleibt", warf der Vorsitzende einen Blick auf die gestiegen Futter- und Energiekosten. So sollte die positive Stimmung auf dem Agrarmarkt über einen längeren Zeitpunkt anhalten, damit die Betriebe Reserven für die nächste Preismisere zurücklegen können.
Sorge bereitet Mayer der ungebremste Flächenverbrauch. "Bei allen Ausgleichsmaßnahmen, die zur Verfügung stehende Fläche wird dadurch nicht größer", mahnt der Vorsitzende. Dies bekamen die Viehzüchter 2011 zu spüren, wo die Grünlanderträge witterungsbedingt bis zu 40 Prozent zurückgegangen waren. "Wohl dem, der etwas Futter bei Seite gelegt hat", bemühte Mayer das alte Sprichwort "Spare in der Zeit, dann hast du in der Not".
Insgesamt zeigte er sich über die Arbeit im Vorstand sehr zufrieden, Toni Frühauf berichtete von einer gesunden Kassenlage. In diesem Jahr will der Verein vor allem sein Öffentlichkeitsarbeit verbessern. Der Schäferlaufumzug in Wildberg und die Landesgartenschau werden die Schwerpunkte bilden. "Auf was wir achten, was uns an einer Kuh wichtig ist und wie heute eine harmonische Kuh aussehen soll, all das möchten wir den Gästen erklären", blickte Mayer nach vorne zur Landesgartenschau.
Den geselligen Part im Verein soll ein Ausflug auf die Alb abdecken. Das Programm für den 28. Juli ist noch in Planung. Zahlreiche Fachbeiträge, angefangen von Tierseuchen über Zuchtbullen bis hin zum Klimawandel, rundeten den Versammlungstag ab.