Von Steffi Stocker

Neubulach. Manfred Braun ist in Neubulach bekannt für seine Kreativität. Einen kleinen Ausschnitt seines vielseitigen Schaffens zeigt die jüngste Ausstellung im Alten Rathaus. Und bis Mitte Januar fehlen deshalb bei ihm zuhause die Schranktüren.

Auch vor der Anrichte im heimischen Wohnzimmer machte Braun nicht Halt, er verlieh der Front eine individuelle Note. Tiere des Waldes zieren seither die hölzernen Türen. "Am liebsten arbeite ich mit Acryl", bekundet der Hobbykünstler. So bietet ihm dieses Farbmaterial die meisten Möglichkeiten, seinen Bildern den gewünschten Ausdruck zu verleihen. Und das auf beinahe jedem Untergrund, wie die Ausstellung zeigt. So verpasste Braun auch tönernen Dachziegeln unterschiedliche Motive und versah sie mit Uhren.

Bereits seit seiner Schulzeit malt er immer wieder, ohne sich auf bestimmte Motive festzulegen. Inspirieren lässt er sich von Landschaften, fotografischen Darstellungen oder auch von Musik. Er verweist nicht ohne Stolz auf sein jüngstes Werk, ein Dreigestirn, das sich auf Friedrich Silchers Lied "Es löscht das Meer die Sonne aus" bezieht: "In diesen Arbeiten habe ich zum Ausdruck gebracht, was mich am Textinhalt bewegt."

Nicht nur dafür gestaltet er die Rahmen selbst. So entdecken Besucher auch ausgefräste Holzplatten, in die er malt. Neben Motiven aus der Bergwerksstadt sprechen ihn afrikanische Tier-Themen an, die als Comic fürs Kinderzimmer der Enkel verewigt werden. Bei einem Kuraufenthalt lernte Braun die Encaustic-Technik kennen. Natürlich versuchte er sich in der Gestaltung mit Wachs und Bügeleisen: "Es ist faszinierend, wie die Farben reagieren und man sich oft erst im Verlauf der Arbeit aufs Motiv festlegt."

"Die ausgestellten Arbeiten sind unverkäuflich, aber es werden gerne Aufträge angenommen", so Ute Reutter bei der Vernissage im Alten Rathaus. Nicht nur sie freut sich darüber, dass Manfred Braun seine Werke gesammelt zur Verfügung stellt.