Von Hans Schabert

Neubulach. "Die Schule in Neubulach hat sich sehr positiv entwickelt und ihr interessantes, eigenes Profil gefunden, ist aber ein Sonderfall." So das Fazit des Landtagsabgeordneten und innenpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Thomas Blenke. Er besuchte zusammen mit seiner Kollegin Victoria Schmid, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur, Jugend und Sport, sowie dem im Kreisvorstand für Bildungsfragen zuständigen Michael Faschon die Gemeinschaftsschule Neubulach.

Schulleiter Bernd Schinko und Bürgermeister Walter Beuerle informierten die Besucher, zu denen sich Stadtrat Dieter Heselschwerdt und Bernhard Großmann gesellt hatten. Es zeigte sich schnell, dass Neubulach nicht von ungefähr zur Starterschule wurde, wo die Gemeinschaftsschule nach dem Willen der Landesregierung erprobt werden soll. Man arbeitete in der Bergwerkstadt seit Jahren an Konzepten, die Grundlagen für diesen Schultyp bilden, und hat den Segen des Gemeinderats dazu.

Er sehe die Dinge nicht politisch, erläuterte der Schulleiter. Vielmehr sei Ziel seiner Arbeit und der seines 30-köpfigen Kollegiums, die Stärken und Schwächen jedes Schülers zu erkennen und individuell darauf einzugehen. Es gelte, Anforderungen und Fähigkeiten in Einklang zu bringen. Auch nach Vorbereitung sei dies ein laufender Prozess.

"Schon bei einem Besuch vor einigen Jahren habe ich den Eindruck mitgenommen, dass hier unter Leitung von Rektor Bernd Schinko ein innovatives Lehrerkollegium neue Wege beschreitet", erklärte Blenke. Damals habe er sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Neubulach in Kooperation mit der Waldschule Neuweiler zur Werkrealschule wurde. Die Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule sei deshalb logisches Ergebnis eines seit Jahren aufgebauten lokalen Erfolgsmodells. Folge der bildungspolitischen Weichenstellungen der Landesregierung sei dies nicht.

Vor allem, so Blenke, würden seine und die Befürchtungen der CDU-Bildungsexperten nicht zerstreut. So fehlten vom Land her Bildungspläne und schlüssige Unterrichtskonzepte. Schmid und Faschon unterstrichen, die einseitige Bevorzugung von Gemeinschaftsschulen durch die Landesregierung gefährde die bewährte Schulstruktur im ländlichen Raum. Vor allem die Realschulen liefen Gefahr, unter die Räder zu kommen.

Dort, wo eine Gemeinschaftsschule nur zum Erhalt des Standortes angestrebt würde, experimentiere man auf dem Rücken der Schüler herum. Faschon sprach als nötige Voraussetzung die Notwendigkeit von mehr und nicht weniger Lehrkräften, ausreichenden Räumlichkeiten und eine geeignete Nahverkehrs-Infrastruktur an.