Nationalmannschaft Bundestrainer Löw macht Cacau Hoffnung

Thomas Näher, 23.04.2012 13:27 Uhr

Köln - Es ist ja immer eine zwiespältige Angelegenheit, wenn Cacau einem entgegentritt. Zumindest, solange er beim VfB nur auf der Bank sitzt und solange er dennoch das macht, was einen Stürmer auszeichnet: Tore. Begegnet man also dem unglücklichen oder dem glücklichen Cacau? Nach seinem Treffer zum 1:1 in Köln war sich der gebürtige Brasilianer selbst nicht sicher: „Ein Tor tut immer gut, vor allem, wenn man erst spät ins Spiel reinkommt“, sagte er, „aber ich wäre froh, wenn ich öfter spielen könnte.“ Darauf wird er in den beiden restlichen Spielen dieser Saison bei Bayern München und gegen den VfL Wolfsburg aber wohl vergebens warten.

Trainer Bruno Labbadia wird nicht müde, die Vorzüge von Cacau zu preisen: „Seine Qualitäten sind unumstritten.“ Doch wenn Cacau ihm nur lange genug zuhört, muss in ihm unweigerlich die Einsicht reifen, der Trainer tue ihm mit der Reservistenrolle nur Gutes. „Cacau ist enorm viel unterwegs. Er ist sehr beweglich und schafft damit auch Räume für die Mitspieler. Das ist doch genau das, was die Nationalmannschaft für die EM braucht:ein Stürmer, der auch von der Bank sofort für Gefahr sorgen kann“, sagte Labbadia, „so einen Mann dabei zu haben, würde mir als Trainer ein gutes Gefühl geben.“

Cacau, Mike Hanke oder Patrick Helmes

Dennoch ist Cacau nicht vom Segen seiner Rolle als Bankdrücker überzeugt: „Ich will mich damit nicht zufriedengeben.“ Immerhin hat sich am Wochenende der Bundestrainer zu Wort gemeldet. Und nach allem, was Joachim Löw zur Stürmersituation in der Nationalelf sagte, muss Cacau die nächsten Tage nicht mit Weinen im Keller zubringen. Auf die Frage, welcher Angreifer neben Miroslav Klose und Mario Gomez mit zum Turnier nach Polen und in die Ukraine reisen werde, sagte er: „Cacau, Mike Hanke oder Patrick Helmes. Wir beobachten alle drei sehr genau.“ Bei Cacau weiß er seit der WM 2010, dass er sich zuverlässig in eine ­Gemeinschaft einfügen kann.

Zudem wird der VfB-Angreifer immer treffsicherer, je näher die Nominierung am 7. Mai rückt. Nach fast fünfmonatiger Ladehemmung gelangen Cacau bei seinen letzten fünf Einsätzen drei Treffer. Der in Köln war besonders kurios: Vom einen Innenpfosten kullerte er an den anderen, dann hatte er es sich überlegt und rollte über die Linie. „Mal spiele ich zehn Minuten, mal fünf, mal 30. Ich muss etwas bewegen. Wenn mir das mit einem Tor gelingt, ist es gut. Aber was es mir für die EM bringt, muss man sehen“, sagte Cacau.

 
 
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