Nagold Zum furiosen Finale in Höchstform

Schwarzwälder-Bote, 19.08.2012 19:01 Uhr

Nagold. Es war der gebührende Abschluss einer aufsehenerregenden Veranstaltungsserie: Die SWR-Big-Band und das Syd-Lawrence-Orchestra bescherten 800 begeisterten Zuhörern beim elften und letzten "Sommerzauber"-Highlight die größte Swing-Party des Jahres.

Der Uhrzeiger zeigte bereits den offiziellen Konzertbeginn an, doch auf der Hauptbühne im Riedbrunnenpark war weit und breit kein Musiker zu sehen. Kurzerhand verwandelte das Publikum seine Vorfreude in lautes Klatschen. Auf dieses Kommando hin füllte sich das Podium mit "The World’s Biggest Big Band", die sogleich den rasanten Auftakt für einen unvergesslichen Abend lieferte. Eine Big Band allein hätte das Zelt schon zum Kochen gebracht, doch in Nagold waren es gleich zwei hervorragende Orchester. Spiegelbildgleich saßen die beiden Formationen nebeneinander, die einen in schwarzen Hemden, die anderen in weißen. Als Bindeglied fungierte der geniale Chris Dean, der nicht nur als Dirigent glänzte, sondern auch als Sänger und Musiker.

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"Swingen, swingen, swingen" lautete die Devise der beiden Orchester, der sie denn auch den ganzen "Sommerzauber"-Abend lang treu blieben. Dabei zeigten sie alle Facetten dieser Musikrichtung auf, meisterhaft beherrschten sie die gesamte Klaviatur. Schnell, wild und laut ging es beim Klassiker "Sing, Sing, Sing" von Benny Goodman zu, das im Jahr 1938 Jazz-Geschichte schrieb.

Im Duett überflügelten sich die beiden Schlagzeuger so lange gegenseitig, bis es den Zuhörern schwindelig wurde. Auch die Blechbläser liefen zur Hochform auf – und ernteten als Dankeschön donnernden Beifall. Smooth und lässig hingegen war das vorherrschende Gefühl beim "Rat Pack"-Klassiker "Me and My Shadow", das vor allem vom unbeschreiblichen Gesang Chris Deans lebte. Zusätzlichen Glamour brachte Sängerin Angie Mills auf die Bühne, atemberaubend war ihre Interpretation des Doris-Day-Hits "Love Me or Leave Me". Eine Uraufführung durfte das Publikum erleben, als die Vokalgruppen beider Orchester gemeinsam ein mitreißendes Gesangsstück aufführten.

Eine Big Band lebt vom Zusammenspiel aller Musiker – zum Höhepunkt kommt sie allerdings, wenn die Solisten ihr Können zeigen. So war es auch in Nagold: Kaum ein Stück verging ohne eine Meisterleistung einzelner Künstler. Ob Trompete, Saxofon, Oboe, Klarinette, Schlagzeug oder Kontrabass: Die Künstler entlockten ihren Instrumenten vollkommene Töne. Besonders eindrucksvoll kam dies beim James-Bond-Medley zum Ausdruck, das die bekannten Musikstücke der Filmreihe zu einer rasanten Komposition zusammenfasste.

Doch selbst das schönste Konzert muss ein Ende haben: Nachdem sich die Nacht über das Landesgartenschau-Gelände gesenkt hatte und die Besucher Zugaben eingefordert hatten, verklangen auch die letzten Swing-Töne. Dafür gab es aber noch einen kleinen Trost: Zum Ausklang des "Nagolder Sommerzaubers" wurde das Publikum mit einem funkelnden Feuerwerk überrascht.

 
 
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