Nagold Von der Sense bis zum Mähdrescher
Schwarzwälder-Bote, 12.08.2012 19:03 UhrVon Uwe Priestersbach
Nagold. "Das ist eine gute Gelegenheit, um der Bevölkerung die Landwirtschaft wieder etwas näher zu bringen", erklärte Margret Raible am Randes des Aktionstages "Vom Korn zum Brot" bei der Nagolder Landesgartenschau.Landwirte aus der Region demonstrierten dabei im Riedbrunnenpark zwei Tage lang eindrucksvoll, wie Getreide angebaut, geerntet und verarbeitet wird. Bei dieser Gelegenheit wurde gleichzeitig die rasante Entwicklung der Landwirtschaft im Wandel der Zeit zwischen 1860 und heute dargestellt.
"Viele ältere Besucher haben sich noch an die Zeiten mit Sense und Sichel erinnert", freute sich Margret Raible über das große Zuschauerinteresse an den Vorführungen. "Wir hatten von Anfang an viel Publikum", sagte sie mit Blick auf den gut besuchten Auftakt des Aktionstages, als ein Pferdefuhrwerk die jüngst in Vollmaringen geernteten und gebunden Garben zum Riedbrunnenpark brachte. Gleichzeitig machte der Aktionstag aber auch wieder bewusst, "dass viele Kinder heutzutage gar nicht mehr wissen, wo das Brot her kommt", wusste die Mitorganisatorin. Denn da sei vieles total in Vergessenheit geraten und deshalb findet sie es wichtig, die Kinder im grünen Klassenzimmer bei der Landesgartenschau über die Grundlagen gesunder Ernährung aufzuklären.
Bei der gemeinsamen Veranstaltung von Landratsamt und Kreisbauernverband wurde zudem demonstriert, wie das Getreide früher in mühsamer Arbeit mit dem Dreschflegel gedroschen wurde – wobei der Heimat-, Trachten- und Geschichtsverein aus Kayh diesen Part übernahm. Die nächste Verbesserung für die Landwirte kam dann mit der Einführung von Dreschmaschinen. Einzelne Bauern hatten damals eigene Dreschmaschinen, oder es gab gemeindeeigene Dreschmaschinen, die dann in den so genannten Dreschschuppen von den örtlichen Bauern genutzt werden konnten. Gezeigt wurde ebenfalls ein moderner Mähdrescher, der in einer Stunde dieselbe Arbeit leistet, für die ein Landwirt früher 80 Stunden benötigte.
An den Aktionstagen bei der Landesgartenschau wurden von der Mühle Schill aus Rohrdorf zudem die verschiedenen Mehlsorten vorgestellt, während die Landfrauen leckere Kostproben von Broten mit verschiedenen Aufstrichen servierten und Kinder mit der Getreidemühle ihr eigenes Hafermüsli mahlen konnten.
Daneben haben die Besucher auch jetzt noch die Gelegenheit, Einkorn, Emmer, Winterweizen, Dinkel oder Buchweizen unter die Lupe zu nehmen, die im landwirtschaftlichen Kulturengarten bei der Landegartenschau von der Familie Raible auf rund 80 kleinen Parzellen gepflegt werden


