Nagold Stadt lässt Kurzparkern den Vortritt

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Foto: Fritsch

Nagold - Morgens zu spät aus dem Haus, Stau auf dem Weg zur Arbeit und dann den hintersten Parkplatz bekommen – wer einen Stellplatz in Nagolds Neuwiesenweg gemietet hat, kennt diesen Stress nicht. Seit Neustem verfällt der Anspruch auf den Platz aber am Wochenende, die Mietgebühren bleiben jedoch gleich.

Ob Einkaufsparadies oder Kulturhotspot, Nagold ist in aller Munde und wird laut Bürgermeister Hagen Breitling zunehmend auch von Auswärtigen frequentiert. Das lässt natürlich auch die Frage laut werden, ob die Parkplatzsituation in der Stadt zufriedenstellend ist. Hier gibt es einige Neuheiten, die aber noch vom Verwaltungsausschuss abgesegnet werden müssen.

Zunächst seien die Zeiten der sogenannten On-Road-Parkplätze an die der Parkhäuser angepasst worden. Habe man zuvor noch von 8 bis 19 Uhr einen Parkschein ziehen müssen, so gilt das jetzt für die Zeit von 6 bis 20 Uhr. Mit den veränderten Zeiten bei den On-Road-Stellplätzen passe man sich an die Öffnungszeiten der großen Einzelhändler an, erklärt er. Auch die Parkscheinautomaten-Preise in der Zone Innenstadtring werden nach oben angeglichen: Statt 70 Cent kostet die Stunde künftig einen Euro.

Zunehmende Frequenz erfordert mehr freie Parkplätze

Damit wolle man erreichen, dass die Parkhäuser vermehrt genutzt werden, erklärt Breitling. Dort bliebe die erste Stunde nach wie vor gebührenfrei und jede weitere halbe Stunde koste 50 Cent. Als besonders attraktiv sieht er den Nachttarif, der je halbe Stunde 40 Cent kostet und ab 90 Minuten 1,20 Euro für die ganze Nacht.

"Wir wollen, dass ein Nachtleben in Nagold stattfindet", stellt Breitling klar. Generell könne man sagen, dass bei allen Anlagen mit Schranke die erste Stunde frei sei und ab 20 Uhr der Abend-, beziehungsweise Nachttarif gelte, fasst Ordnungsamtsleiter Achim Gräschus zusammen. Eine Besonderheit sei der Tarif beim Parkplatz Stadtpark, der nach 120 Minuten den ganzen Tag nur einen Euro kosten soll. Bei den Stellplätzen Teufel-Areal/Badepark kostet der Tag ebenfalls einen Euro. Die erste Gratis-Stunde fällt weg.

Auch beim Thema Dauerparkplätze hat sich etwas geändert, speziell im Neuwiesenweg. Bislang habe man diese durchgehend von Montag bis Sonntag vermietet. Doch die zunehmende Frequenz der Einkäufer habe dazu geführt, dass die Stadt die Notwendigkeit sah, im Norden Nagolds mehr Kapazitäten zu schaffen. Jetzt verliert der Mieter vom Freitagnachmittag bis zur Sonntagnacht seinen Anspruch auf den Parkplatz. In der Regel sei man als Arbeitnehmer ja ohnehin nur von Montag bis Freitag im Dienst. "Wir mussten abwägen zwischen der Zahl der Schichtarbeiter und der freier Stellplätze. Und da haben wir letztlich den Besucher höher gewichtet als den Wochenend-Arbeitnehmer", erklärt der Bürgermeister. Die steigende Frequenz bedeute eben mehr Verkehr hinein und hinaus als lange Standdauer. Dieser Entwicklung müsse man sich anpassen.

Generell gibt es laut Bürgermeister genügend Parkmöglichkeiten

Ohnehin sei der Neuwiesenweg der einzige Platz, an dem sich etwas ändere, denn bei der Schotterfläche Ecke Calwer Straße/Langestraße habe man die Plätze von Anfang an nur von Montag bis Freitag zum Mieten zur Verfügung gestellt.

Im Prinzip gehe es ja nur um das Streitthema "wie weit laufe ich zu meinem Arbeitsplatz", meint Breitling. Genügend freie Stellplätze gebe es allemal und länger als fünf bis zehn Minuten bräuchte man auch nicht bis ins Stadtzentrum, ob man am Bahnhof oder am Viadukt parke.

Obwohl de facto zwei Tage für die Dauerparker wegfallen, bleibt der Tarif gleich. Bei einer solchen Preisfestlegung spiele die Nähe zum Stadtkern und ob sich die Plätze unter freiem Himmel befänden eine Rolle. Breitling: "Wir sind im Vergleich zu anderen Städten günstige Vermieter. Mit diesem Preis von Montag bis Sonntag waren wir zu günstig, jetzt liegen wir richtig und sind immer noch attraktiv."

Die Frage, ob es generell genug Parkmöglichkeiten gibt, beantwortet er mit Ja. Sicher, Dauerstellplätze werde es nie genug geben. Das wäre die "eierlegende Wollmilchsau". Wer einen Parkplatz suche, der werde auch einen finden. Der einzige Engpass könne zur Marktzeit am Samstag zwischen 10 und 12 Uhr auftreten, aber selbst dann werde man noch irgendwo parken können. Sonst gebe es auch noch den Citybus.

Langfristig müsse man sich aus städtebaulicher Sicht über Nagolds Norden mit der Stadthalle und weiteren kulturellen Schwerpunkten im Gemeinderat Gedanken machen, wie man die bestehende Zahl der Parkplätze optimal nutzen könne.

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