
Nagold. Die Steine sind schwer, der Boden schlammig, die Gartenfreunde haben dennoch gute Laune. Sie sind mit die ersten der Freizeitgärtner, die ihren Garten im Riedbrunnenpark für die Landesgartenschau herrichten.
Bevor die Pflanzen in den Boden kommen, muss das Gelände vorbereitet werden. "Das ist zwar anstrengend", lacht eine der freiwilligen Helferinnen aus Rottweil, "aber nach der langen Winterpause tut das richtig gut."
Eine alte Gartenschau-Tradition ist es, dass sich auch verschiedene Akteure aus dem Freizeitgartenbau mit einem Beitrag präsentieren. In Nagold sind das der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft, das PLENUM Heckengäu, die Imker, der Verband für Fischerei und Gewässerschutz, die Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW), der BUND – und die besagten Gartenfreunde. Ihr Garten steht unter dem Motto "Der Gärtner als Schöpfer". Harald Schäfer, Fachberater beim Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg, erklärt: "Durch Züchtung hat der Mensch aus Wildpflanzen eine Vielfalt an Kulturpflanzen geschaffen." Das möchten die Gartenfreunde exemplarisch anhand von Kohl und Dahlien zeigen.
Doch auf der knapp 300 Quadratmeter großen Fläche finden die Besucher noch viel mehr: "Wir bieten etwas für die Augen und die Nase", sagt Harald Schäfer. In Hochbeeten verströmen Gewürze und Pelargonien ihren sanften Duft, der Paprika wird viel Raum eingeräumt, und im Kiesgarten finden sich viele unterschiedliche Stauden. Das Ganze wird von einem bunten Sommerflor eingerahmt.
Übrigens: Bei alldem haben die Gartenfreunde nicht nur an die Gäste der Landesgartenschau gedacht, sondern auch an die Insekten. "Vor allem im Herbst, wenn die Nahrung immer knapper wird, werden die Bienen bei uns noch Nektar finden", das ist Harald Schäfer wichtig.
Die ehrenamtlichen Helfer kommen aus allen Teilen Baden-Württembergs, und sie bringen Erfahrungen von anderen Ausstellungen wie Horb und Villingen-Schwenningen mit. Adolf Bausch aus Donaueschingen kann man getrost als alten Gartenschau-Hasen bezeichnen. Der Bezirksfachberater vom Oberen Neckar füllt Schubkarre um Schubkarre mit Erde, die auf den Beeten verteilt wird. "Damit die Pflanzen auch richtig wachsen können", erklärt er. Ein Leben ohne Garten kann er sich nicht vorstellen, und bei so einem Großereignis wie in Nagold packt er gerne mit an. Und nicht nur im Vorfeld, auch während der Landesgartenschau wird er recht häufig in Nagold zu Gast sein. Denn an allen Tagen ist jemand vom Landesverband vor Ort und steht Besuchern Rede und Antwort. "Die Gäste wollen ja nicht nur gucken, sondern auch Anregungen für ihren eigenen Garten mit nach Hause nehmen."