
Von Diana Nägele
Nagold. Er muss nicht unbedingt "wegfliegen", um sich im Urlaub erholen zu können, Hagen Breitling liebt die Heimat und die Natur.Seit 2003 ist Breitling bei der Stadt Nagold im Fachbereich Wirtschaftsförderung beschäftigt. Am Dienstag wird er offiziell in sein neues Amt als Finanzbürgermeister eingesetzt.
Der 35-Jährige ist ein Familienmensch, sagt er über sich. Wenn es irgendwie möglich ist, versucht Breitling einmal am Tag zu Hause mit seiner Familie zu essen. Wenn es am Abend nicht klappt, dann wenigstens zum Mittagessen. "Praktisch, wenn man es nicht so weit bis zum Arbeitsplatz hat", stellt der 35-Jährige fest.
Denn er und seine Frau Andrea, die ebenfalls bei der Stadt Nagold beschäftigt ist, laufen meistens zu Fuß zur Arbeit. Wenn Hagen Breitling abends nach Hause kommt, zieht er als erstes bequeme Kleidung an. Die kann er auch gut gebrauchen, denn allzu gerne übt sein zweijähriger Sohn Florian die neusten Kletterübungen mit ihm zusammen aus. Seit kurzem spielen die beiden Fußball. "Es klappt schon ganz gut", lobt er seinen Sohn, "und das, obwohl ich es ihm nie gezeigt habe". Für Breitling, der in Gechingen aufgewachsen ist und dort lange Jahre selber Fußball gespielt hat, ist das ein willkommener Ausgleich, vor allem, weil der Sport im Alltag mittlerweile viel zu kurz komme. Im Fußballverein, mit dem er einst groß geworden ist, engagiert er sich noch immer ehrenamtlich und unterstützt ihn in Sachen Logistik, interne Strukturen und Finanzen.
Die sechsjährige Lena teilt mit ihrem Vater andere Interessen. Sie geht gerne mit ihm und ihrer Freundin ins Schwimmbad. Und wenn der "Papa" mal früher von der Arbeit kommt, spielen sie ab und an das Brettspiel Diego Drachenzahn.
Wenn Hagen Breitling abends nach Hause kommt, schätzt er an seiner Frau und seinen beiden Kindern, dass sie ihn "die Hektik des Tages vergessen lassen" und er abschalten kann.
Wenn man Hagen Breitling, der bis zu seiner Wahl Wirtschaftsförderer der Stadt Nagold war, auf seine Arbeit anspricht, ist es als würde ein Schalter in ihm umgelegt werden. Zielstrebig und geradlinig redet er über seine Arbeit, seine Belange als Kämmerer und seine Ziele: "Der Konsolidierungskurs geht weiter, ab 2013 sollen die Schulden abgebaut werden", sagt er mit festem Ton. "Die Summe von mindestens einer Million jährlich ist ein ehrgeiziges Ziel, aber wir können das schaffen", fügt er entschlossen hinzu.
Außerdem will er sich dafür einsetzen, dass künftig die einzelnen Fachbereiche enger zusammen arbeiten und besser vernetzt sind. Was den Gerichtsplatz beispielsweise betrifft, sei das Problem, dass dort erst der Umbau und dann der Verkehr ins Auge gefasst worden sei und man erst hinterher versucht habe, beides zusammen zu bringen.
Als eine weitere Zukunftsaufgabe sieht er die Stadtwerke an, bei denen er sich wünscht, dass Gas und Strom rekommunalisiert werden und die Leistungen nicht von anderen umliegenden Werken erbracht werden. "Sicherlich wird das nicht ohne einen privaten Partner gehen", sagt Breitling, der Volkswirtschaftslehre in Tübingen und Konstanz studiert hat.
Mehrmals hat Hagen Breitling, der seit 2004 mit seiner Nagolder Frau Andrea verheiratet ist, die Stadt besonders in der Eigenschaft kennen gelernt, dass man Dinge "nicht von der starren Seite ansieht, sondern eher schaut, was alles möglich ist", sagt er bewundernd. Nagold sei eine Erlebnisstadt geworden, sei es kulturell, touristisch oder auch, was das Einkaufen betrifft. Das habe Nagold auch dem Bürgerforum zu verdanken, "was sehr aktiv ist", fügt er anerkennend hinzu. Und doch sieht er noch einige Verbesserungsmöglichkeiten, wie sich die Stadt besser vermarkten kann.