Nagold - Im Familiendrama am vergangenen Freitag in Nagold, bei dem ein 65-jähriges Ehepaar starb, hat die Polizei inzwischen neue Ergebnisse. Wie die Obduktion in der Gerichtsmedizin in Tübingen am Dienstag bestätigt hat, hat der 65-jährige Nagolder zuerst seine Ehefrau und danach sich selbst getötet. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen dürften finanzielle Probleme als Motiv in Frage kommen.

Am Morgen des vergangenen Freitag fand ein 42 Jahre alter Mann zunächst die Leiche seines 65-jährigen Vaters in dessen Werkstatt. Er verständigte sofort die Polizei, die sich mit dem Sohn in die nahe gelegene Wohnung aufmachte. Dort entdeckte der Sohn gemeinsam mit den Beamten die Leiche der ebenfalls 65-jährigen Mutter.

Noch am Freitagmorgen übernahm die Kriminalpolizei Calw die Ermittlungen an den beiden Tatorten, die in einem unauffälligen Gebiet am Rande der Nagolder Innenstadt liegen. Zur Unterstützung der Calwer Kollegen waren auch Kripobeamte aus Freudenstadt nach Nagold geeilt. Bei den Freudenstädter Beamten handelte es sich nach Informationen des Polizeisprechers Winfried König um die Kriminaltechniker der Polizeidirektion Freudenstadt. "Wir wollten so schlagkräftig wie möglich am Tatort arbeiten und nach bestem Wissen und Gewissen vorgehen", begründete König am Montag die erhöhte Mannschaftsstärke vor Ort. Insgesamt seien am Freitag neun Kripobeamte am Tatort gewesen, um möglichst alle Spuren in der Wohnung und in der Werkstatt zu sichern.

Die Suche der Kriminaltechniker am Tatort ist aber noch nicht beendet. Denn die nach der Tat versiegelte Wohnung des toten Ehepaares ist noch immer versiegelt. Das werde sich erst ändern, wenn wirklich alle Spuren gesichert sind, kündigte der Polizeisprecher an.

Unterdessen gehen die Ermittlungen der Kripo im Umfeld der beiden Getöteten weiter. Erste Befragungen dazu fanden bereits am Freitag statt. Sie wurden am gestrigen Montag fortgesetzt. Am Dienstag gab die Polizei bekannt, dass vermutlich finanzielle Probleme des Ehepaars eine Rolle gespielt haben.