
Von Heiko Hofmann
Nagold. 102 Betreuungsplätze gibt es aktuell für Kleinkinder in Nagold, mindestens 194 sollen es Ende des kommenden Jahres sein. Dann könnte die Stadt Nagold – wie gesetzlich vorgeschrieben – 35 Prozent der Kleinkinder einen Betreuungsplatz anbieten. Es bleibt also noch einiges zu tun.
Der nüchterne Blick auf den Ist-Zustand lässt es kaum erahnen, doch die Entwicklung in Sachen Kleinkindbetreuung in Nagold ist rasant. Innerhalb weniger Jahre haben private Anbieter, aber vor allem auch die Stadt eine Kinderkrippe nach der anderen eröffnet. Dabei ist der Trend klar: Stimmt das Angebot, so sind die Plätze auch schnell belegt. Für noch gar nicht fertiggestellte neue Kleinkindgruppen existieren sogar bereits Wartelisten.
Gut 17 Prozent der Kinder unter drei Jahren sind aktuell betreut. Gut 19 Prozent sind es kreisweit und um die 21 Prozent im Landesschnitt. Dabei bietet Nagold 72 Plätze in Kleinkindgruppen und beziffert das Platzangebot bei Tageseltern auf 30 Plätze. Die 72 Betreuungsplätze in Kleinkindgruppen teilen sich auf sechs verschiedene Einrichtungen auf – vier davon sind städtische Gruppen, die zum Teil auch erst recht frisch eröffnet wurden.
Um den ab 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erfüllen zu können, plant auch die Stadt Nagold mit einer Betreuungsquote von mindestens 35 Prozent. 194 Plätze müssten nach Angaben der Stadt somit Ende 2013 zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund ist auch der Bau von neuen Kinderkrippen geplant. Ab September dieses Jahres soll die neue Kleinkindgruppe im bald fertiggestellten Anbau am städtischen Kindergarten ihren Betrieb aufnehmen. Auch der evangelische Kindergarten Finkenweg überlegt die Einrichtung einer Kleinkindgruppe. Zusammen könnten so 20 neue Betreuungsplätze entstehen. Wobei die steigende Nachfrage nach Kindergartenplätzen noch zu Umplanungen auf dem Lemberg führen könnten.
Ebenfalls bis zu 20 Krippenplätze für Kleinkinder könnten im Emminger Kinderhaus eingerichtet werden. Auf dem Areal der Grundschule und des Kindergartens plant die Stadt dort den Bau des Kinderhauses. Interessant sind die Betreuungsplätze in Emmingen auch in Hinblick auf das Nagolder Neubaugebiet am Rötenbad.
Nochmals 20 zusätzliche Plätze könnten nach der Landesgartenschau angeboten werden: So wird der Treffpunkt Baden-Württemberg im Riedbrunnenpark nach dem Großereignis zum Kinderhaus umgebaut. Zwei neue Kleinkindgruppen könnten dort beheimatet sein.
Weiter im Gespräch ist die Schaffung von Krippenplätzen im Kindergarten in Vollmaringen sowie am Krankenhaus in Nagold – letzteres gilt aber eher als unwahrscheinlich.
194 Plätze sind damit aber noch nicht erreicht. Und so denkt die Stadt noch über zusätzliche Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren am Kindergarten Oberer Steinberg (bis zu 20 Plätze) sowie in den Kindergärten in Gündringen (zehn Plätze) und Schietingen (fünf Plätze) nach.