Nagold Lesefreunde treffen auf Wissensdrang

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Nanni Fingerhut und Susanne Humbeil lasen verschiedene Texte zum Thema "Forschung". Foto: Trommer Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Dorothee Trommer

Nagold. Das Bürgerforum Nagold veranstaltet regelmäßig Leseabende zu verschiedenen Themen. Kürzlich wurde im Jugendforschungszentrum gelesen. Und wieder hatten sich viele interessierte Zuhörer eingefunden.

Nanni Fingerhut und Susanne Humbeil hatten passende Texte ausgesucht, von Rudolf Diesel bis Eugen Roth waren Wissenschaftler, Techniker und Romanautoren vertreten. Die Auswahl bei dem Thema Forschung sei riesengroß, so die beiden Protagonisten des Leseabends.

Der Dichter Christian Morgenstern, der 1871 in München geboren wurde und 1914 in Tirol verstarb, ist vor allem durch seine komische Lyrik bekannt. Die Figur des Wissenschaftlers Palmström gehört hier dazu – er wurde mit den Worten zitiert: "Die Wissenschaft, man weiß es, achtet nicht des Laienfleißes."

Im Jahr 1913 erschien das Buch "Die Entstehung des Dieselmotors" von Rudolf Diesel. Er beschreibt hier in fast philosophischer Weise das Wesen der Erfindung, wobei Diesel die Idee als ebenso wichtig wie die Ausführung beschreibt.

Über Pythagoras gibt es einige widersprüchliche Theorien – sowohl über seine Biografie als auch über Inhalt und Auswirkungen seiner Lehre. Manche Historiker sehen ihn als Begründer der modernen Naturwissenschaft, andere eher als Mystiker. Vom Satz des Pythagoras haben ja alle in der Schule gehört, aber was weniger bekannt ist: Seine Anhänger lebten mit ihm als Anführer in einer Art Sekte, wo es auch solche Regeln gab wie: "Berühre keinen weißen Hahn".

"Kulturgeschichte der Physik"

Das Pentagramm, welches heute für satanische Rituale steht, war das Erkennungszeichen der Pythogoreer. Ein prominentes Mitglied der Gruppe, Hippasos, widersprach einigen der Theorien des Meisters. Als er kurz darauf im Meer ertrank, wurde dies von den anderen Anhängern des großen Pythagoras als göttliche Strafe gedeutet – vielleicht wurde sogar nachgeholfen. Quellen waren hier die "Kulturgeschichte der Physik" von Károl Simonyi und ein Artikel von Jürgen Broschart.

Maria Sibylla Merian war Naturforscherin, Künstlerin und Verlegerin: Maria Sibylla Merian, geboren 1647 und verstorben 1717, war die Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian. Schon in Jugendjahren regte sich in ihr der Forschungsdrang, der sie zeitlebens fesseln sollte und dem sie nachging, ohne jemals eine akademische Ausbildung genossen zu haben. Ihre Leidenschaft galt den Schmetterlingen. Und so brach sie mit 52 Jahren – nach dem Scheitern ihrer Ehe mit einem Maler – 1699 zu einer Reise nach Südamerika auf, um ihre geliebten "Sommervögel" zu studieren. Ihr 1705 erschienenes Buch über die Insektenwelt Surinams begründete ihren Ruhm als Wissenschaftlerin. Utta Keppler würdigte die Forscherin mit dem Werk "Die Falterfrau", vorgelesen wurden Passagen, in denen die Autorin beschreibt, wie schwer es oft für Frauen mit Forschungsdrang war, sich in der von Männern beherrschten Welt Gehör und Achtung zu verschaffen.

Daniel Kehlmann widmet sich in dem Buch "Die Vermessung der Welt" dem Naturforscher Alexander von Humboldt. Dieser konnte als 27-Jähriger zu seiner ersten Expeditionsreise aufbrechen, nachdem er ein Vermögen geerbt hatte. Genüsslich trugen Nanni Fingerhut und Susanne Humbeil vor, wie Humboldt buchstäblich alles vermaß, was ihm und seinem Reisegefährten Bonplan unterwegs begegnete. Sogar dem Kapitän des Schiffes machte er Vorschriften.

Mit Einstein, dessen Erkenntnisse jüngst bestätigt wurden, befasste sich Johannes Wickert, zitiert wurde unter anderem eine Gedicht, das ihm Freunde schickten: "Das Licht, das läuft natürlich krumm, zu Einsteins allergrößtem Ruhm."

Zum Vortrag kamen Texte über Lise Meitner und Jane Goodall, die berühmte Verhaltensforscherin, welche jahrelang das Leben der Schimpansen erforschte und Stefan Klein 2011 ein Interview gab. Zum Abschluss gaben die Vorleserinnen ein Gedicht von Eugen Roth zum Besten, in dem er beschreibt, wie man sich beim Suchen im Lexikon verirren kann.

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