
Von Sebastian Bernklau Nordschwarzwald. Die Mitglieder der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald haben eine neue Vollversammlung gewählt. Das Ergebnis der Wahl ist ein stark verändertes "Parlament der regionalen Wirtschaft". Von den 49 Mitgliedern sind 24 ganz neu dabei. Dies gaben IHK-Präsident Burkhard Thost und Hauptgeschäftsführer Martin Keppler gestern bekannt.
Auch was die Abgeordneten des Kreises Calw angeht, vermeldete die IHK-Spitze etliche Neuerungen. Statt wie bisher neun entsenden die Firmen aus dem Kreis jetzt zehn Abgeordnete in die Vollversammlung. Neu mit dabei sind der Dehoga-Kreisvorsitzende Rolf Berlin aus Bad Teinach-Zavelstein, Herbert Reinelt aus Altensteig-Wart, Claudia Ossola-Haring aus Calw und Claus Martin aus Nagold. Die Riege der Abgeordneten aus dem Kreis Calw komplettieren Gerhard Dingler (Haiterbach), Sibylle Thierer (Nagold), Sonja Schaible (Nagold), Alexander Uhl (Althengstett), Jörg Stahl (Nagold) und Eckart Bauer (Calw).
Bei der Wahl haben die IHK-Mitglieder in der vergangenen Woche insgesamt 4000 Stimmen abgegeben, was einer Wahlbeteiligung von rund zwölf Prozent entspricht. Damit zeigten sich Thost und Keppler durchaus zufrieden, immerhin habe die Beteiligung bei der vorhergegangenen Wahl noch im einstelligen Bereich gelegen.
Auch mit der veränderten Zusammensetzung der Vollversammlung zeigte sich die IHK-Spitze zufrieden. Besonders hob Burkhard Thost die Frauenquote hervor. Mit zwölf Mitgliedern liegt die bei gut 25 Prozent. "Da sind sehr engagierte junge Frauen mit dabei, die mitten im Berufsleben stehen", freute sich Thost bei der Jahrespressekonferenz der IHK gestern in Pforzheim.
Thost nutzte die Pressekonferenz dazu, den festen Willen der IHK zu betonen, die großen Verkehrsprojekte in der Region mit aller Macht voranzubringen. "Wir müssen da dranbleiben und drücken", sagte Thost und nannte als Beispiele die Westtangente Pforzheim, die Horber Brücke und den Calwer Tunnel. Allerdings verhehlte Thost auch nicht, dass bei diesen Vorhaben viel Geduld nötig sei. Der IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler mahnte in diesem Zusammenhang, dass es zur Umsetzung dieser Vorhaben unabdingbar sei, dass die Politiker und die Bevölkerung der betroffenen Städte gemeinsam hinter den Projekten stehen.
Die inzwischen vom TÜV als besonders kundenorientiert ausgezeichnete IHK Nordschwarzwald wird sich nach Angaben von Martin Keppler in diesem Jahr noch stärker dem Thema Ausbildung widmen und zum Beispiel Auslandspraktika für Azubis fördern. Den Wirtschaftsstandort Nordschwarzwald will man mit einer Cluster-Netzwerkkonferenz in Pforzheim im kommenden Mai fördern und schärfen. Mit an der Organisation der Konferenz beteiligt ist das Wirtschaftsministerium in Stuttgart, die Handwerkskammer Karlsruhe und die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald WFG.