Nagold Grünes Monument für gelebte Ökumene

Roland Buckenmaier, 23.04.2012 09:00 Uhr

Nagold - Ein Bild mit Symbolcharakter: Drei Kirchenmänner unterschiedlicher Konfessionen segnen gemeinsam ihr Gotteshaus. Die Einweihung der Wachsenden Kirche auf dem Gelände der Landesgartenschau wurde zum beredten Bekenntnis von mehr Miteinander und mehr Gemeinsamkeit über alle konfessionellen Grenzen hinweg.

Zwei Jahre ist es her, dass eine Idee der Nagolder Weidenwerkstatt bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) auf fruchtbaren Boden fiel. Eine kleine Kommission mit Dekan Ralf Albrecht an der Spitze bereiste halb Baden-Württemberg, um sich Ideen zu holen. Als Architekten für das ambitionierte Projekt holte man sich den renommierten Planer Jörg Stötzer ins Boot. Das handwerkliche Know-how brachte die Weidenwerkstatt ein. Eine Welle der Spendenbereitschaft setzte ein, schließlich mussten frei zu finanzierende Kostenanteile von nahezu 80 000 Euro gedeckt werden. Wie viele Nagolder Bürger und Unternehmen sich als Pate einbrachten, davon zeugt eine Stele am Rande des grünen Kirchenrundes, die OB-Gattin Simone Großmann beim Festakt enthüllte. "Kreuzgang", "Andachtsraum", "Bürgerprojekt" – dieses grüne Monument einer gelebten Ökumene trägt viele Namen und Bestimmungen.

Dekan Albrecht, von Hans Wycisk zum "Nagolder Manager Gottes" gekürt, erinnerte vor 150 Festgästen nochmals an die vielen Helfer und Unterstützer, die alle auf ihre Weise zum Gelingen dieses Projekts beigetragen hätten. "ACK – da ist so viel Miteinander gewachsen", erklärte Ralf Albrecht und verwies bei dieser Gelegenheit auf die "kongeniale Partnerschaft" in der evangelisch-methodistischen Friedenskirche, in der während der Gartenschau mehrere Ausstellungen zu sehen sein werden.

"Mir g'schirret wunderbar miteinander", bestätigte Katholik Hans Wycisk. Dessen Dekan Edgar Jans empfand diese Feierstunde als "Moment der gelebten Ökumene". Freilich, meinte Jans, es dürfe Unterschiede zwischen den Konfessionen geben: "Aber ich wünsche mir die große ökumenische Einheit". "Kirche lebt", befand der evangelisch-methodistische Pastor Jonathan Whitlock mit Blick auf diesen "Ort mit seiner symbolischen Kraft". Umrahmt wurde die Feierstunde von einer Alphornbläsergruppe unter der Leitung von Werner Luz. In den kommenden Wochen und Monaten soll die "Wachsende Kirche" mit Leben erfüllt werden – mit Andachten, Gottesdiensten und kulturellen Veranstaltungen.

 
 
Kommentare (0)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen