Nagold - Oberbürgermeister Jürgen Großmann sprach bei der Jahreshauptversammlung des Gewerbevereins über die Zukunft von Nagold und wie man die Effekte der Landesgartenschau möglichst nachhaltig nutzen sollte.

Die Landesgartenschau war ein nicht in dem Maße erwarteter Erfolg, zu dem jeder Nagolder seinen Teil beigetragen hat. Soweit nichts Neues. Bei der Rede von Oberbürgermeister Jürgen Großmann ging es hauptsächlich darum, was man jetzt daraus macht. Die Stadt sei zur Marke geworden, die man weiter pflegen müsse, so der Oberbürgermeister. Deswegen folgte auch sein Aufruf direkt an die anwesenden Mitglieder des Gewerbevereins: "Pusht die Marke." Aus anderen Städten wisse man, dass die Nachlaufzeit eines prägenden Großereignisses wie der Landesgartenschau sich auf etwa fünf Jahre belaufe. "Das müssen wir jetzt nutzen", so der Oberbürgermeister.

Optimierung des Verkehrs

Großer Bestandteil dieser Marke sei laut Großmann das Konzept der grünen Urbanität, der Symbiose von menschlicher Strukturierung und einer geordneten Renaturierung: "Stadt und Natur müssen harmonieren", so Großmann. Dieses Konzept solle aber nicht nur auf die Parkanlagen beschränkt sein, sondern vor allem müsse sich der Gemeinderat ebenso der Innenstadt zuwenden. Dabei hätte sich vor allem die Sperrung der Marktstraße bewährt. "Wir werden 2013 für eine Pollerlösung kämpfen", gab sich der OB selbstsicher. Allerdings meinte er auch, dass Nagold jetzt den Beweis erbringen müsse, dass der City-Ring das gesamte Verkehrsvolumen abwickeln könne, das sich durch die Sperrung der Marktstraße ergibt. Dafür müssten vor allem die beiden Kreisverkehre an der Herrenberger Straße und der Haiterbacher Straße auf ein größeres Verkehrsvolumen ausgelegt werden.

Im Augenblick, so Großmann, sei das Augenmerk noch auf den Ausbau des Kreisels in der Herrenberger Straße gerichtet. Die Optimierung des Verkehrs bezeichnete er als einen "wichtigen Schritt nach vorne".

Doch auch die Planungen zum Umbau des Haiterbacher Kreisverkehrs seien abgeschlossen, ließ der Oberbürgermeister verlauten. Wenn man durch diese Maßnahmen wie dem Anlegen von Bypässen den Verkehrsfluss zwischen 16 und 18 Uhr verbessern könnte, dann werde man es auch schaffen, den Durchgangsverkehr am Wochenende aus der Innenstadt fern zu halten.

Als weiteren wichtigen Lernaspekt aus der Landesgartenschau hielt der Oberbürgermeister die Eventkultur fest. "Wir brauchen Ereignisse, die Menschen anlocken, die Leute müssen sagen: ›Da muss ich hin, da ist was los‹", proklamierte der Oberbürgermeister euphorisch. In diesem Kontext sprach er auch die Notwendigkeit eines ganzjährigen strategischen Eventkalenders an. "Den ersten Schritt in diese Richtung machen wir mit dem Sommerzauber", der, als Äquivalent zum seit Jahren erfolgreichen Winterzauber, nächstes Jahr beginnen soll.

Seine größte Freude, meinte der Oberbürgermeister im Schlusswort, sei der Nagolder Bürgersinn. Im Vorfeld der Gartenschau hätte er einige schlaflose Nächte gehabt, aber als es dann darauf ankam herrschte Einigkeit. Nagold begegnete der Welt mit Gastfreundlichkeit und Fröhlichkeit. Großmann: "Das macht mich stolz."