Nagold Einige Pluspunkte für die Zukunft
Schwarzwälder-Bote, 06.08.2012 01:00 Uhr
"Die Städte stehen vor großen Herausforderungen": Rainer Prewo (links) im Gespräch mit Helmut Raaf. Foto: LGSFoto: Schwarzwälder-Bote
Nagold. Wie sich die Städte im Allgemeinen und Nagold im Besonderen in den vergangenen Jahren verändert haben, darüber sprachen der frühere Nagolder Oberbürgermeister Rainer Prewo und Stadtrat Helmut Raaf beim Dialogforum "Unter den Linden".
Als "sehr interessanten Gesprächspartner" stellte Helmut Raaf in der Wachsenden Kirche sein Gegenüber vor: "Ohne Rainer Prewo würde die Landesgartenschau so nicht stehen und funktionieren." Bei ihrer Diskussion über Stadtentwicklung spielte das Großereignis selbstverständlich ein Rolle – aber nicht die alleinige: Die beiden spannten den Bogen vom Mittelalter bis in die Zukunft.
Mit der Postkutschen-Station habe auch der wirtschaftliche Aufstieg von Nagold begonnen, erläuterte Rainer Prewo, denn er habe den Handel und das Gewerbe gefördert. Auch heute noch gälten Städte als Zentren der Versorgung, aber der Konkurrenzkampf zwischen ihnen sei mit der Mobilität und dem demografischen Wandel gewachsen – und werde immer schärfer. "Um eine Schrumpfung langfristig zu vermeiden, müssen die Städte die Qualität ihrer Dienstleistungen verbessern", ist er überzeugt. Es genüge nicht, ein paar hübsche Flyer als Marketingmaßnahme zu drucken: "Das ist ein ganzer Strauß von Fronten und Baustellen." Auch Nagold müsse sich diesem Konkurrenzkampf stellen, ob bei der Kinderbetreuung, der ökologischen Qualität oder der Infrastruktur. Mit der Landesgartenschau habe man aber schon wichtige Pluspunkte gesammelt: Denn das Konzept der "Grünen Urbanität" hole die Natur in die Stadt – und damit auch die Menschen. "Zogen in den 1960er-Jahren die Familien raus aufs Land, ist der Trend heute umgekehrt", erklärte der ehemalige Stadtvater. Und Gebiete wie der Riedbrunnenpark, wo nach dem Großereignis ein neues, zentrumsnahes Wohngebiet entstehe, böten ihnen das denkbar schönste Ziel.


