Nagold Ein Tag der musikalischen Superlative
Schwarzwälder-Bote, 17.06.2012 18:00 Uhr
Klangvoll, farbenprächtig und voller guter Laune – so erlebten Musiker und Besucher das Landes-Musik-Festival in Nagold. Foto: LGS
Nagold - Am Samstag sang und klang es nur so in Nagold: 75 Ensembles, Orchester und Chöre mit über 2200 Musikern belebten beim Landes-Musik-Festival nicht nur das Landesgartenschau-Gelände, sondern auch die ganze Innenstadt.Bereits der Anfang war spektakulär: Bei schönstem Kaiserwetter gab der Vorstadtplatz die passende Kulisse für die Eröffnungsfeier des 15. Landes-Musik-Festivals. Aus allen Richtungen rückten Kapellen beim Sternmarsch auf die neu errichtete Bühne zu, um dort gemeinsam zu musizieren. Oberbürgermeister Jürgen Großmann freute sich, dass seine Stadt als Austragungsort auserkoren worden war: "Nagold wird heute zur Musikhauptstadt Baden-Württembergs."
Rudolf Köberle, Präsident des Blasmusikverbands Baden-Württemberg, setzte noch einen drauf: "Was wir heute hier erleben, ist ein Tag der Superlative."
"Ich fühle mich wie im Vorhof des Himmels"
Auch Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sprühte vor Begeisterung: "Nagold ist heute der Nabel der Musik schlechthin." Siegfried Kauder, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, sparte nicht mit Anerkennung für die Verdienste der Musiker – und die der Stadt, "die allein schon einen Besuch wert ist". Und Lorenz Menz, Präsident des Landesmusikverbands, hatte wohl das schönste Lob in petto. Er sagte: "Als ich heute früh am Morgen über den Vorstadtplatz gelaufen bin, fühlte ich mich wie im Vorhof des Himmels."
Nach diesen offiziellen Worten hieß es: Bühne frei für die Musik. Und da hatten sie Redner nicht zu viel versprochen: Der Blasmusikverband Baden-Württemberg, der die Veranstaltung federführend organisierte, hatte die besten Vereine aus dem ganzen Land nach Nagold geholt. Insgesamt 2200 Teilnehmer gaben auf acht Bühnen alles, um die Besucher mit den verschiedensten Facetten der Blasmusik zu unterhalten. Von schmissiger Polka über gefühlvolle Popmusik bis hin zu anspruchsvoller geistlicher Chormusik war für jeden Geschmack etwas dabei.
Einen Glanzpunkt inmitten dieses musikalischen Zaubers bildete die Verleihung der Conradin-Kreutzer-Tafel auf der Hauptbühne. Mit ihr ehrt die Landesregierung musizierende Vereine, die seit mindestens 150 Jahren bestehen. Staatssekretär Jürgen Walter erinnerte daran, dass Baden-Württemberg ein traditionelles Kulturland mit regem Vereinsleben sei.
Über 12.000 Ensembles engagierten sich in der Laienmusik und leisteten damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe: "Sie bringen die Menschen zusammen, denn Chöre und Orchester sind Orte des Miteinanders."
So schön wie es begonnen hatte, so endete das Landes-Musik-Festival. Beim Galakonzert auf der Hauptbühne demonstrierte das Landesblasorchester Baden-Württemberg, warum es zu den renommiertesten Klangkörpern Europas zählt. Unter der Leitung von Isabelle Ruf-Weber brillierte das Ensemble sowohl bei klassischen Stücken als auch bei Highlights der Rockmusik. Entsprechend donnernd war dann auch der Applaus.


