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Nagold Der Ehrentitel: "Jerichobläser"

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Die Veteranen des Posaunenchors (von links): Theo Kalmbach, Gustav Hirneise und Friedemann Braun. Foto: Halter Foto: Schwarzwälder-Bote

Nagold-Hochdorf (ha). Seit nunmehr 60 Jahren trägt der Posaunenchor zum Gemeindeleben in Hochdorf und Schietingen bei. Und da Musiker bekanntlich die Feste feiern wie sie fallen sind dies für die Bläser um Chorleiter Andreas Schittenhelm 60 gute Gründe, um Freunde, Familie und Gönner zum Jubiläumsgottesdienst am morgigen Sonntag, 6. April, in die Hochdorfer Michaelskirche einzuladen. Der Gottesdienst beginnt um 10.15 Uhr. Am 19. Oktober lädt der Posaunenchor zu einem Abendkonzert in Hochdorf ein.

Es waren die Wirtschaftswunderjahre nach dem zweiten Weltkrieg. In Hochdorf bekam ein junger Malerlehrling verwandtschaftlichen Besuch. Wie es sich für gewissenhafte Musiker gehört, hatte der Reisende und seines Zeichens leidenschaftlicher Bläser sein Flügelhorn im Reisegepäck. Der Malerlehrling fand gefallen am Spiel des Musikanten, in ihm reifte der Wunsch, nach einem eigenen Instrument und 1953 fand sich unter dem Christbaum tatsächlich ein Flügelhorn. Das anhaltende Üben des Blechnovizen weckte die Neugier eines weiteren jungen Mannes aus der Nachbarschaft. Auch er fand Gefallen am Musizieren und fortan übten Theo Kalmbach und Friedemann Braun gemeinsam. Ihr anhaltender Fleiß brachte die beiden Jungbläser am Heiligabend 1954 zu ihrem ersten Vorspiel vor der heimischen Kirchengemeinde. Jenes denkwürdige Weihnachtfest gilt somit auch als Geburtsstunde des Posaunenchores.

"Wenn wir an diesem Abend auch manches Lied umschmissen, trotzdem fanden sich im Anschluss an unser Vorspiel weitere Interessierte", kann sich Theo Kalmbach mit einem Lachen noch gut an die ersten Auftritte erinnern, denn bereits kurze Zeit später konnten alle Register besetzt werden. Ihren damaligen, ursprünglich wohl eher der Hochdorfer Bierseligkeit entstammenden Ehrentitel "Jerichobläser" trugen die jungen Männer mit Stolz, wenn Sie auch durch ihr Spiel – dem Herrn sei’s gedankt – weder die Kirchen- noch sonst irgendwelche Mauern zum Einsturz brachten. Das Signal für eine intensive Nachwuchswerbung wäre heute noch fatal.

So aber konnte sich 1956 der damalige Gemeindeorganist Otto Luz vorbehaltlos der jungen Truppe annehmen und mit einer systematischen Probenarbeit und einer soliden Jungbläserausbildung beginnen. Der Chor wurde im Gemeindeleben endgültig heimisch und ist aus Hochdorf und Schietingen nicht mehr wegzudenken. Von den Männern der allerersten Stunden ist Gustav Hirneise als dienstältester Bläser immer noch aktiv. Die beiden eigentlichen Gründer Friedemann Braun und Theo Kalmbach beschränken sich längst aufs entspannte Zuhören.

Letztlich geht die Existenz des Posaunenchors in Hochdorf auf den Mut zweier Jungen zurück, die sich vor 60 Jahren abseits einer mit heutigen Standards vergleichbaren musikalischen Ausbildung ihre Notenkenntnisse und Griffe am Instrument selbst beibringen mussten und sich an Heiligabend allein zu ihrem ersten Vorspiel trauten. Erst kürzlich überließen Theo Kalmbach und Friedemann Braun ihre Instrumente dem Posaunenchor. Auch so bleibt ein kleines Stück Hochdorfer Musikgeschichte jeden Freitagabend greifbar in der Probenstunde erhalten.

 
 

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