Nagold Das Ziel: jungen Menschen akademische Bildung bieten

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Frank Wiehe und Sabine Laartz sprachen über Ziele und die Zukunft des Programms "Digitale Innovation". Foto: Klormann Foto: Schwarzwälder-Bote

Kreis Calw/Nagold. Wer sich neben dem Beruf weiterbilden will, hat’s nicht leicht. Ansprechende Angebote sind rar, erfordern häufig ein Vollzeit-Engagement. Manchmal verlassen junge Menschen deshalb ihre Unternehmen, um zu studieren. Nicht selten folgt der Wohnortwechsel.

Eine Tatsache, die man weder im Landratsamt Calw noch bei der Hochschule Pforzheim oder bei den zahlreichen Unternehmen im Kreis Calw tatenlos hinnehmen will.

Eine Lösung, die am Montag startet, hat die Hochschule im Gepäck: Das Zertifikatsprogramm "Digitale Innovation" als Angebot der betrieblichen Fortbildung, das gewissermaßen von zu Hause aus in Anspruch genommen werden kann – durch Online-Kurse, die mit einigen Tagen Präsenzzeit pro Semester in der Nagolder LDT (Akademie für Modemanagement) ergänzt werden.

In Kooperation mit der Stadt Nagold und dem Kreis Calw bietet die Hochschule damit Bildungsmöglichkeiten, die von internen Schulungen bis hin zu einem Masterabschluss im Fachgebiet "Strategische Innovation" reichen.

Ein Angebot, das unter anderem bei Frank Wiehe für Begeisterung sorgt. "Diese Zusammenarbeit ist ein Herzensanliegen", unterstreicht der Erste Landesbeamte. Denn, so ist Wiehe überzeugt: Dem Kreis Calw sitzt die Demografie stärker im Nacken als anderen Kreisen.

"Wir haben relativ wenige junge Leute im Kreis", meint der Erste Landesbeamte. Erschwerend komme die Nähe zum Ballungsgebiet Stuttgart hinzu, wohin viele der ohnehin nicht zahlreichen jungen Menschen abwanderten – angesichts fehlender Angebote oder Perspektiven im Kreis. Ein wichtiger Faktor sei dabei die akademische Bildung.

Die Idee der Hochschule Pforzheim kam da wie gerufen. Die Bildungseinrichtung hat rund 6300 Studenten, 190 Professuren und ein Spektrum, das laut Sabine Laartz, der Leiterin der Pressestelle, "den ganzen Produktionsablauf akademisch abdeckt" – mit den Bereichen Design, Wirtschaft, Technik und Recht.

Mit dem Zertifikatsprogramm "Digitale Innovation" will die Hochschule im Kreis Calw nun "ein Netzwerk aufbauen und in der Diskussion bleiben – auch bei den Unternehmen".

Und obwohl bereits heute der Plan steht, das Bildungsangebot in Zukunft auch baden-württemberg- und deutschlandweit anzubieten, sollen die Wurzeln – und die Präsenzphasen – in Nagold beheimatet bleiben.

Angestellte, die sich bilden möchten, können dies nun also tun, ohne ihre Firma verlassen zu müssen. Unternehmen wiederum können ihren Angestellten etwas bieten, um sie bei sich zu behalten. So könnte auch der Abwanderung in Ballungsräume entgegengewirkt werden.

Das Interesse ist bereits groß: 62 Anmeldungen verzeichnet die Hochschule bis dato. Eine "sehr positive Resonanz für den kurzen Bewerbungszeitraum", wie Sabine Laartz anmerkt. Viele Unternehmen, denen die Frist zu kurzfristig war, hätten zudem signalisiert, im kommenden Jahr dabei zu sein.

Das Programm soll sich in Zukunft übrigens stetig weiterentwickeln, auch im Gespräch mit den Unternehmen. Ein Schritt auf diesem Weg ist das erste Netzwerktreffen "Digitale Innovation" am kommenden Donnerstag, 29. September, ab 18 Uhr im Nagolder Kubus. Dort werden Teilnehmer, Unternehmensvertreter, Interessierte und Unterstützer des Programms über Innovation diskutieren.

Weitere Informationen: www.hs-pforzheim.de

Mit Fortbildungen, einzelnen Modulen und der Möglichkeit, den Master zu machen, bietet die Hochschule mit ihrem Programm "Digitale Innovation" ein breites Spektrum an. Einen Master-Abschluss kann aber nur machen, wer bereits einen Bachelor-Abschluss hat. Interessanterweise spielt das frühere Studienfach dabei keine Rolle. Wer zum Beispiel keine Grundkenntnisse in Sachen Wirtschaft hat, kann – und muss – diese über Angebote der Hochschule erwerben. Auch ein Bachelor-Abschluss soll in Zukunft angeboten werden.

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