Mühlenbach - Die Freiwillige Feuerwehr Mühlenbach hat bei einer eineinhalbstündigen Herbstübung am Samstag ihr Können gezeigt. Aufgabe war, einen brennenden Dachstuhl zu löschen und Personen aus einem Gebäude zu retten.

Am Samstagnachmittag machte eine heulende Sirene Mühlenbachs Einwohner auf die Wehrübung aufmerksam. In Kürze fanden sich 22 Feuerwehrmänner beim Feuerwehrgerätehaus ein. Drei Löschfahrzeuge fuhren in Windeseile mit "Tatütata" in Richtung Sonnenmatte.

Dort quollen aus dem Dachgeschoss des Wohnhauses Nummer zwölf dichte Rauchschwaden – es galt, Menschenleben zu retten und einen brennenden Dachstuhl zu löschen.

Oma vergisst, den Herd auszuschalten

Kommandant Ernst Uhl verschaffte sich über das angenommene Szenario einen Überblick und gab den Gruppenführern Klaus Grießbaum und Markus Brucker Einsatzbefehle. Bei der Übung mussten vier Kinder und zwei Erwachsene aus der Dachgeschosswohnung geborgen werden. Die Oma hatte beim Kochen vergessen, den Herd auszuschalten und war einkaufen gegangen. Ihre vier Enkelkinder ließ sie alleine in der Wohnung zurück. Der Kochtopf fing Feuer und die Flammen züngelten sich an den Holzwänden entlang hoch in den Dachstuhl.

Starke Rauchentwicklung war die Folge und die vom Feuer eingeschlossenen Enkel brachten sich für kurze Zeit auf dem Balkon in Sicherheit. Zwei Erwachsene eilten aus dem Untergeschoss zu Hilfe. Sie hatten aber keine Chance, die Kids über das verqualmte Treppenhaus zu retten.

Mit Atemschutzmasken gerüstet, kletterten die Feuerwehrmänner über eine dreiteilige Schiebeleiter hinauf zum Balkon. Von dort aus seilten sie die in Panik geratenen Kinder gut gesichert ab. Die Kleinen wurden nach der Bergung versorgt und betreut. Schwieriger noch war die Rettung der Erwachsenen, die ohnmächtig wurden. Doch die Kameraden arbeiteten Hand in Hand und bewältigten auch diese Aufgabe fachmännisch. Ein Erwachsener wurde über die Leiter, der Andere über das Treppenhaus aus der Gefahrenzone gebracht. Innerhalb von zwanzig Minuten war die Bergung der sechs in Not geratenen Personen abgeschlossen.

Bei der spektakulären Aktion wurden insgesamt 600 Liter Wasser aus dem Löschfahrzeug gepumpt. Für die Brandbekämpfung wurde der naheliegende Hydrant angezapft, das Wasser aus dem "Bärenbach" versorgte die Einsatzkräfte.

Obwohl das Team recht klein war, meisterte die Freiwillige Feuerwehr den Einsatz bravourös. Kommandant Fritz Uhl zeigte sich im Anschluss zufrieden mit seiner Mannschaft. Er lobte, dass sie ihre Aufgaben "professionell, reibungslos, konzentriert und ruhig" erledigt hätte.

Viele Schaulustige verfolgten den Einsatz, auch Bürgermeister Karl Burger überzeugte sich persönlich von der Leistung der Wehrmänner.