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Mühlenbach Tödliches Risiko beim Gassigehen

Christine Störr, vom 12.01.2012 11:05 Uhr
Auch Spielzeug für Hunde kann gefährlich sein: Gewarnt wird vor allem vor Material aus Plastik. Foto: Archiv
Auch Spielzeug für Hunde kann gefährlich sein: Gewarnt wird vor allem vor Material aus Plastik. Foto: Archiv

Mittleres Kinzigtal - Innerhalb weniger Wochen verendeten in Mühlenbach zwei Hunde, nachdem sie beim Gassigehen etwas in der freien Natur gefressen hatten. Die betroffenen Familien sind traurig und wütend, bei den Haslacher Tierärzten weiß man indes immer wieder von Unfällen und Vergiftungen bei Hunden und Katzen zu berichten."Besonders um die Weihnachtszeit kommt es leider oft zu Vorfällen, bei denen Hunde Christbaumkugeln oder für sie giftige Schokolade fressen", weiß Tierarzthelferin Isabelle Vollmer. An diesem Weihnachtsfest sei es in der Haslacher Tierklinik ausnahmsweise sehr ruhig gewesen, lässt Tierarzt Dr. Jörg Schäffner wissen. "Unfälle mit Lametta sind in den vergangenen Jahren sehr selten geworden, weil wohl immer weniger Menschen ihren Weihnachtsbaum damit schmücken." Gerade für Katzen sei das Lametta ein ideales Spielzeug, da es sich gut auffädeln ließe. Im Körperinneren würden die dünnen Aluminiumstreifen dann aber zu haarsträubenden Verletzungen führen, so Schäffner.

Tierarzt warnt vor Spielzeug aus Plastik

Auch das Verschlucken von Kleinstanhängern sei bei Katzen schon vorgekommen, wobei sich Hunde eher über das Verpackungsmaterial hermachen würden. "Das lässt sich gut zerfetzen, das macht den Hunden großen Spaß." Für besonders gefährlich hält der Tierarzt Plastikspielzeug für Hunde, wie es im Handel erhältlich ist. "Ich verstehe nicht, warum dieses Spielzeug nicht verboten wird", ärgert er sich und erklärt die Zusammenhänge. In dem Plastikspielzeug seien gefährliche Weichmacher enthalten, genau wie früher im Kinderspielzeug. "Wenn ein Hund nun so ein Spielzeug verschluckt, lösen die Magensäfte den Weichmacher heraus, und das Plastik wird steinhart. Beim Erbrechen führt das zu schwersten inneren Verletzungen."

Neben den Unfällen komme es aber auch immer wieder zu Vergiftungen, wenn Schadnager wie Mäuse oder Ratten bekämpft werden. "Die Gifte funktionieren seit 50 Jahren nach dem gleichen Prinzip, werden in den letzten fünf bis sechs Jahren aber wesentlich aggressiver", weiß Jörg Schäffner. Die Blutgerinnung werde gehemmt, womit die Tiere innerlich verbluten würden. "Wer Schadnager bekämpft, trägt eine große Verantwortung und informiert am Besten auch sein Umfeld." Dabei denkt er neben Privathaushalten auch an Reitställe, in denen die ungeliebten Nager auftreten könnten und gleichzeitig viele Hunde oder Kinder unterwegs wären.

Hunde sollten an der Leine geführt werden

Der Landestierschutzverband Baden-Württemberg in Karlsruhe gibt zu bedenken: "Die offene Ausbringung von Rattengift zur Nagerbekämpfung ist verboten. Um eine Sekundärvergiftung anderer Tiere auszuschließen, darf das Gift nur in Verbindung mit einer Köderstation ausgebracht werden. Ansonsten wäre eine Anzeige bei der Polizei und beim Ordnungsamt wegen Tierquälerei und Sachbeschädigung möglich." Mühlenbachs Bürgermeister Karl Burger (Freie Wähler) erklärt die Verwendung im öffentlichen Schmutzwasserkanal der Gemeinde. "Wir sind gesetzlich zur Überprüfung eines möglichen Schädlingsbefalls in regelmäßigen Abständen verpflichtet. Der Umgang mit den Giften muss sachgemäß und absolut sensibel erfolgen. Die Festköder der Gemeinde werden unterhalb der Gullideckel befestigt, womit kein öffentlicher Zugang möglich ist. Bei der Überprüfung kann dann schnell festgestellt werden, ob weitere Schritte unternommen werden müssen."

Elke Ziriakus rät als Vorsitzende des Tierschutzverein Kinzigtal: "Da beide verendeten Hunde im gleichen Gebiet etwas gefressen haben, sollten gerade im Hagsbach die Hunde in der nächsten Zeit unbedingt an der Leine geführt werden. Sonst haben sie mitunter schnell etwas gefressen, was für die Tiere lecker riecht, aber ein falsch ausgelegter Köder oder ein unsachgemäß entsorgter Rest sein könnte."

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