Mühlenbach - Die Mühlenbacher wissen zu feiern – und die Narrenzunft ganz besonders: Zu ihrem 33. Geburtstag hat sich die Zunft mit einem Narrentreffen selbst beschenkt. In dem kleinen Schwarzwalddorf feierten Tausende Besucher.Der Wettergott meinte es am Samstag besonders gut mit Müllermichele und Kleiekotzer, denn er sorgte für Temperaturen um den Gefrierpunkt und zu später Stunde für leichten Schneefall.

Doch zunächst sollte das Stellen des Narrenbaums dieses besondere Wochenende einläuten. Die Holzhauergilde aus Volkersthausen positionierte sich mitsamt den Mühlenbacher Hästrägern und Guggenmusikern im "Vorbäch". Von dort aus galt es, das Pferdegespann mit dem Narrenbaum ins Dorf zu begleiten.

18 Meter lang und reich geschmückt stellte der Baum die Holzhauergilde vor eine große Herausforderung. Denn nach gut 10 Metern Länge gabelte sich der Stamm. Und was dem Kleiekotzer am Ende einen guten Ausblick beschert, musste erst einmal via Handarbeit in die Horizontale gestemmt werden. Dass sich dabei die Stellstangen der Mühlenbacher Motorradfreunde bedenklich bogen schien die Zuschauer nicht zu beeindrucken. Die Volkertshausener erwiesen sich am Ende als Profis, die selbst unter schwierigen Bedingungen ihr Bestes geben.

So fiel der Startschuss im Narrendorf, das sich von der Gemeindehalle bis hinter die Kirche erstreckte. Zu Beginn war der Besuch in den Zelten und Buden noch überschaubar, das sollte sich aber im Laufe des Abends ändern.

Denn um 19 Uhr versammelten sich "Blechmechoniger", Taufgesellschaft und einige Hästräger vor dem Rathaus, um die Geburt des 33. Mühlenbacher Narren einzuleiten. Narrenmutter Petra Neumaier lag bereits in den Wehen, während Thomas Keller die Proklamation von "Horst dem I." verlas. Darin wurde die Narrenfreiheit für alle vernünftigen Bürger ausgerufen, die kommenden närrischen Tage als "bezahlte Feiertage" deklariert und "zum lustigen Streit gegen alle Miesmacher des traditionellen Brauchtums" aufgerufen.

Buntes Programm

Zu den Klängen der Guggenmusik machte er sich über "die Hebomme, die alde Schrabnell" lustig, bevor die werdende Mutter zu Wort kam. Sie beklagte sich: "Zum 33. Mol – s’isch ball nimmi de Hit, krieg ich des Kind zur Fasentzit." Das wäre an sich gar nicht so schlimm, wenn sie dafür wenigstens in einem warmen Krankenhaus liegen dürfte und nicht immer im Freien gebären müsste. Am Ende taufte Hebamme Anja Schwab den kleinen "Michel" im eiskalten Wasser des Narrenbrunnens und ließ sich mit der Taufgesellschaft feiern.

Auch im Jubiläumsjahr zog die Taufgesellschaft anschließend in die Gemeindehalle, wo ein buntes Programm aus Showtänzen und Guggenmusiken geboten wurde. Mit dem Tanznachwuchs der Narrenzunft wechselten sich die Gruppen bei ihren Auftritten im Festzelt ab, wo beinahe das gleiche Programm – aber unter grundsätzlich unterschiedlichen Voraussetzungen geboten wurde.

Gegen halb elf ging es dann hoch her im Dorf. Alle Zelte und Buden der Mühlenbacher Vereine waren voll mit feiernden Narren, in der Hauptstraße gab es zwischen dem "Ochsen" und der "Schmiede" kein Durchkommen mehr. Doch dank des Einsatzes von 20 Security-Kräften und etwa 40 Polizisten verlief das Narrentreffen friedlich. 16 Helfer des Haslacher DRK-Ortsverbands kümmerten sich um das Wohlbefinden der Narren.

Der Festsonntag begann am Sonntagmorgen mit dem Zunftmeisterempfang in der "Buttenmühle", wo Narrenrat Gerhard Volk für 33 Jahre ununterbrochenes Engagement in der Vorstandschaft der Zunft ausgezeichnet wurde. Vom großen Festumzug am Nachmittag, den mehr als 2500 Hästräger zu einem Erlebnis machten, berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.