Mühlenbach (stö). Franz und Hildegard Brucker treten am morgigen Samstag nach 50 Ehejahren noch einmal vor den Altar. Zu ihrer Goldenen Hochzeit werden sie sich erneut das "Ja"-Wort geben.

Der eigentliche Hochzeitstag war schon am 24. November 1962 in Mühlenbach. Die kirchliche Trauung folgte damals am 29. November in Baden-Baden.

Dort ist die Heimat von Hildegard Maria Brucker, die am 22. Juli 1941 zur Welt kam und mit drei Geschwistern in Baden-Baden aufwuchs. Nach der Schule absolvierte sie eine Friseurlehre und arbeitete in dem Beruf bis zur Hochzeit.

Franz Josef Brucker ist dagegen ein Mühlenbacher Urgestein. Er wurde am 28. April 1939 im "Hohen Weg" geboren und wuchs mit seiner Schwester dort auf. Mit elf Jahren begann er Klarinette zu spielen. Und tut es bis heute. Vor zwei Jahren wurde Franz Brucker für 60 aktive Musikerjahre ausgezeichnet.

"Damals hat mich Karl Neumaier am Instrument ausgebildet. Er war der Vater unseres Ehrendirigenten Paul Neumaier", erzählt der Jubilar.

Mit 15 Jahren begann er eine Ausbildung zum Industriekaufmann in der Haslacher Firma Schaettgen und besuchte die Handelsschule. Nach der Lehre wechselte er zu "Tonoli", zehn Jahre später dann zur Firma "Kühne". Für sie war Franz Brucker im Außendienst unterwegs und bereiste bis zu seinem Ruhestand ganz Baden-Württemberg als Gebietsleiter.

Woher er die Zeit für sein Ehrenamt hernahm, weiß er selbst nicht mehr so genau. Von 1974 bis 1994 hatte er sich nämlich als Vorstand für die Mühlenbacher Trachtenkapelle engagiert. Und ist noch heute Vorsitzender des Fördervereins. Dass genau in diese Zeit auch noch ein Gemeinderatsmandat in Verbindung mit dem Posten des stellvertretenden Bürgermeisters fiel, erzählt Franz Brucker fast beiläufig.

Seine Frau Hildegard lernte er auf einem Fest in Steinach kennen. "Ich war damals zu Besuch bei meiner Schwester", erinnert sich die Jubilarin und lacht. "Wir haben miteinander getanzt und Gefallen aneinander gefunden." Es habe anschließend Telefonate und gegenseitige Besuche gegeben, bis schließlich der Entschluss zur Hochzeit fiel.

Davor sollte aber erst noch das Haus im "Hohen Weg" umgebaut werden, um ausreichend Platz für die eigene Familie zu schaffen. Mit dem absehbaren Ende des Umbaus wurde der 24. November als standesamtlicher Hochzeitstag festgelegt. Die kirchliche Trauung war damals in Baden-Baden.

Mittlerweile ist Hildegard Brucker engagierte Mühlenbacherin. Sie unterstützte ihren Mann im Ehrenamt wo es nötig war, fand Anschluss in der Frauengemeinschaft wie beim Turnen und ist noch heute mit den "Kaffeetanten" an Fasnacht unterwegs.

Die Goldene Hochzeit wird in der St.-Afra-Kirche gefeiert. Die Musikkapelle wird die kirchliche Feier umrahmen. "Unsere acht Enkel werden sich in besonderer Weise in die Gestaltung der Messe einbringen", freuen sich die Jubilare. Für die Zukunft haben Franz und Hildegard Brucker einen Wunsch: Gesundheit, damit sie verreisen und sich um den Garten ums Haus kümmern können.