
Von Monika Hettich-Marull
Mönchweiler. Bürgerschaftlich Engagierte, Vertreter von ansässigen Unternehmen, des Gemeinderates und der Kirche trafen sich zu ersten Sondierungsgesprächen in der GHS Mönchweiler, die einen Bürgerbeirat für die Offene Bürgerschule zum Ziel haben. Eingeladen hatten Rektor Johannes Todt und Bürgermeister Friedrich Scheerer. Dabei waren auch Martin Weingardt, Koordinator des Forschungsverbunds Hauptschule an der PH Ludwigsburg, und sein Kollege Patrice Hübsch.
Nach einer Vorstellungsrunde legte Hübsch noch einmal die Konzeption der offenen Bürgerschule und die Funktion des Bürgerbeirats dar. Sechs Schulen in Baden Württemberg haben sich mittlerweile auf den Weg gemacht – unter ihnen Haupt-, Werkreal- und Realschulen sowie ein Gymnasium. "Ein heterogen gestricktes Netzwerk, das eine optimale Entwicklung für die Schulen ermöglicht", freut sich Hübsch über das bunt gemischte Netzwerkprojekt.
Nur durch ihre Vielfalt können die Schulen im Austausch von einander lernen. Die Gruppe, die sich nun in Mönchweiler traf, soll als "Multiplikator" das Netzwerk in die Gemeinde tragen. Zunächst einmal – so die erste Hausaufgabe für die Schulleitung – werden alle Teilnehmer einen Einblick in bereits laufende Projekte und bereits funktionierende Kooperationen erhalten. Denn bei der GHS Mönchweiler ist man den meisten Schulen im Land schon viele Schritte voraus.
Insgesamt über 60 Kooperationspartner arbeiten eng mit der Schule zusammen und machen so das Lernen lebensnah und attraktiv. Rund zehn Jahre hat die GHS für den Aufbau dieser Kooperationen gebraucht. Und genau damit soll dieses Netzwerkprojekt noch verstärkt werden: "Das Lernen nach außerhalb verlagern und in der Schule wieder spannend machen." Das Konzept sei, so Weingardt, "schulart- und parteineutral". Dabei müsse ein altes afrikanisches Sprichwort auf unsere Lebensumstände projiziert werden: "Die Erziehung eines Kindes ist die Aufgabe des ganzen Dorfes."
Das Gemeinwesen müsse vitalisiert werden, die Allgemeinheit wieder mehr Verantwortung für die Bildung tragen. Es stehe fest, dass das "eingesperrte Lernen" in der Schule immer schwieriger werde. Man müsse verstärkt wieder auf ein "Lernen mit Lebensnähe" zurückgreifen. Dabei sei der Bürgerbeirat als Plattform für dieses Lernen gedacht.
Jeder könne sich die Frage stellen: "Was kann ich leisten?". Denn jeder habe etwas zu geben – Wissen, Lebenserfahrung, ausgefallene Hobbys. „Viele Menschen können spannende Geschichten erzählen, die in den Lernstoff einfließen können", ist sich Weingardt der vielen schlummernden Talente sicher.
Dem Beirat käme die Aufgabe zu, die Schule in ihrer Bildungsarbeit zu unterstützen, konkrete Aktionen und Maßnahmen mitzuplanen und zu organisieren.
Zum Schulfest am 5. Mai unter dem Motto "Markt der Möglichkeiten" möchte man möglichst viele Bürger motivieren, sich zu beteiligen. Johannes Todt und Petra Conrad wollen an diesem Tag eine Vielzahl von Ideen präsentieren – so bunt und so vielfältig wie das Leben.
Vereine, Betriebe und Privatpersonen sind aufgerufen, ihre Gedanken vorzustellen. Nächste Woche wird das dritte Netzwerktreffen aller teilnehmenden Schulen in Bad Urach stattfinden. Todt und Conrad werden von dort mit zahlreichen neuen Ideen nach Mönchweiler zurückkehren.