Mönchweiler Initiative setzt auf Offenheit

Schwarzwälder-Bote, 22.05.2012 20:01 Uhr

Von Andreas Wende

Mönchweiler. Am Anfang stand die Idee, etwas Verbindendes zwischen älteren und jüngeren Bürgern zu schaffen. Der Brückenschlag ist gelungen und kommt schon im Namen der Bürgerinitiative zum Ausdruck: Generationenbrücke.

Eine Brücke steht unter stämdiger Belastung und muss von Zeit zu Zeit auf Stabilität getestet werden. Ein Mittel zum Zweck ist der Initiativkreis. Hier ziehen die Mitglieder Bilanz ihrer Aktivitäten, sprechen über aktuelle Anliegen und riskieren auch mal einen Blick in die Zukunft.

"Wir treffen uns alle zwei Monate", sagt Armin Frank, Sprecher der Generationenbrücke. Er ist kein Vorsitzender, weil die Bürgerinitiative nicht als Verein eingetragen ist. Das bedeutet Verzicht auf Mitgliedsbeiträge. Finanzielle Zuwendungen erhält die Initiative von der Arbes, der Arbeitsgemeinschaft des Bürgerschaftlichen Engagements, die vom Sozialministerium des Landes getragen wird. "Dafür zahlen wir 60 Euro Beitrag, erhalten aber 700 Euro an Zuschüssen für unsere Projekte", erzählt Frank im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.

Ein wesentliches Element der Bürgergemeinschaft sei ihre Offenheit, betont Frank. Es gebe eine Kernmannschaft, zwölf Männer und Frauen, von denen etliche seit Gründung der Genera­tionenbrücke vor zehn Jahren dabei sind. Im Oktober wird Jubiläum gefeiert. Ausgangspunkt der Initiative war damals der Arbeitskreis demographischer Wandel. "Wir wollten etwas für die ältere Generation tun, aber nicht zu Lasten der Jüngeren", schildert Frank.

So enstanden Jung-/Alt-Projekte wie Winterdienst- und Gartenarbeit oder Babysitting, Angebote, bei denen die Generationenbrücke aufs Beste mit der Grund- und Hauptschule zusammenarbeitet. Im Internetcafé stehen immer freitags drei ausgebildete Schüler parat, die Senioren beim Umgang mit Computern anleiten. "Wir haben dort zwölf Arbeitsplätze, und alle sind besetzt", sagt Frank. Etliche Teilnehmer kommen von auswärts, denn das Prinzip der Generationenbrücke hat über Mönchweiler hinaus Schule gemacht.

In der heutigen Sitzung des Initiativkreises geht es auch um die Vertiefung der Zusammenarbeit der Generationen. Es sei laut Frank daran gedacht, Schüler in einem Workshop mit Älteren in die Regeln des Boulespiels einzuführen und dadurch die weitgehend ungenutzte Bahn im Bürgerpark wieder zu beleben.

Auch der Partnerschaft mit Chabeuil in Frankreich möchte die Generationenbrücke neue Impulse geben. Dort gebe es einen Seniorenclub, weiß Frank; eine Mönchweiler Delegation habe vor kurzem die Stadt im Departement Rhone-Alpes besucht. Auch über Vereine bestehende Kontakte könne man vertiefen, wobei Frank die Probleme der Sprachbarriere nicht verkennt.

Bereits festgelegt auf Samstag, 30. Juni, ist eine Börse für Alleinerziehende. "Mit 94 bei 1500 Haushalten sind das in Mönchweiler ziemlich viele", so Frank. Über Schule und Kindergarten wurden sie eingeladen, sich an diesem Tag mit Vertretern von Ämtern und Behörden zu treffen. So sollen auf kurzem Weg Probleme angegangen werden. Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks; Ansprechpartner sind Armin Frank und Pfarrerin Iris Roland. Auch die Kinderbetreuung für diesen Tag ist bereits organisiert worden.

 
 
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