Von Monika Hettich-Marull

Mönchweiler. Beginn 9.10 Uhr, Ende 21 Uhr – dazwischen liegen zwölf Stunden intensiver Betrachtung, Abwägung und Diskussion, dann fällt die Entscheidung: Am Freitag tagte die Preisrichtersitzung für den Nichtoffenen Realisierungswettbewerb "Betreutes Wohnen in Mönchweiler".

Vier Arbeiten wurden am Ende ausgezeichnet – die Entscheidung hatte man sich wahrlich nicht leicht gemacht. Dass mit der Arbeit der Arge VON M GmbH/Erich Fritz, Stuttgart, der Entwurf mit dem ungewöhnlichsten Erscheinungsbild das Rennen machte, zeigt, wie intensiv sich die Preisrichter mit der gestellten Aufgabe auseinandersetzten. Dabei hatten die vier Sachpreisrichter Friedrich Scheerer, Wolfgang Eich, Peter Kaiser und Karl Weißer und die fünf Fachpreisrichter Günter Telian, Martin Bächle, Thomas Hirthe, Fred Gresens und Eberhard Wurst die Qual der Wahl.

25 Arbeiten waren in der Vorentscheidung zum Verfahren zugelassen worden, 21 von ihnen nahmen dann endgültig teil. Insgesamt hatten 150 Bewerber Interesse bekundet. In einem ersten Informationsrundgang wurden alle zugelassenen Arbeiten unter den Gesichtspunkten Städtebau und äußere Erschließung, Organisation und innere Erschließung, Konstruktion und Materialität, Einhaltung der bindenden Vorgaben, Abstandsflächen, Barrierefreiheit und Stellplatznachweis vorgestellt.

Über Vor- und Nachteile diskutiert

Es folgten drei Wertungsrundgänge, bei denen intensiv über die Vor- und Nachteile der einzelnen Beiträge diskutiert wurde und auf Grund der Entscheidungsfindung immer mehr Arbeiten ausgeschlossen wurden.

Im dritten Rundgang galt es nun, die herausragenden Arbeiten zu ermitteln – das Preisgericht hatte es fast geschafft. Nach intensiver Abwägung und Betrachtung stand schließlich die Rangfolge der Preisträger fest und endete mit einer kleinen Überraschung: Die Arbeit der Arge VON M aus Stuttgart setzt als Sieger auf Einzelbaukörper. Sie gliedert das Raumprogramm des Betreuten Wohnens im ersten Bauabschnitt in drei maßstäbliche Einzelbaukörper auf. Durch diese Aufteilung entsteht nicht der Charakter eines Altenwohnheims, sondern ein individuelles Wohnen in überschaubaren Hausgrößen. In folgenden Bauabschnitten könnte dieses Konzept hervorragend ergänzt werden.

Für die angereisten Vertreter der Arge, Dennis Mueller und Daniel Seiberts ist die Entscheidung des Preisgerichts umso erfreulicher, weil man auch hausintern lange über den Entwürfen gebrütet hat. "Wir waren uns lange uneins, ob wir mit diesem Entwurf an den Start gehen sollen", freute sich Mueller. "Wir denken, dass ältere Menschen nicht in ein Gebäude mit Krankenhauscharakter und langen Gängen einziehen wollen". Bei ihrem Entwurf hätten, so Mueller, die Wohnungen Wohlfühlfunktion und Individualität.

Nachhaltige Baumaterialien

Zusätzlich setzt man beim Bau auf nachhaltige Baumaterialien. "Wir möchten mit dickem Ziegelmauerwerk und natürlichem Verputz arbeiten und so auch modernste Standards erfüllen", erklärt Mueller. Auf Platz zwei des Wettbewerbs kam der Entwurf des Büros D’Inka Scheible Hoffmann aus Fellbach, Platz drei erreichten die Architekten Braun + Müller aus Konstanz, Die Architektei Mey GmbH aus Frankfurt erhielt den Anerkennungspreis.

Noch ist allerdings nicht entschieden, wer mit der Ausführung des Bauprojekts "Betreutes Wohnen in Mönchweiler" endgültig betraut wird.

Einige Bürger waren schon am Samstag neugierig auf die Entwürfe. Die Ausstellung war auch am Sonntag für Interessenten geöffnet.