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Modeerscheinung Ein Filmriss bei Investoren

olm, vom 17.12.2011 11:51 Uhr
Kinos in den Innenstädten der Metropolen beflügeln Gastronomie und Handel. Foto: Mierendorf
Kinos in den Innenstädten der Metropolen beflügeln Gastronomie und Handel. Foto: Mierendorf

Auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten waren sogenannte Freizeitimmobilien viele Jahre ein Renner. Ob es dabei um den Bau einer neuen Musical-Hall ging oder um große Multiplexkinos, auf der Suche nach neuen Investitionsmöglichkeiten haben sich Mitte der 90er Jahre etliche Investmentfonds auf diese Immobilienart gestürzt. Wie Pilze schossen sie damals aus dem Boden, erinnert sich Sandro Camilli. Heute seien viele dieser einst hochgelobten Investments schwierig, so der Niederlassungsleiter des Gewerbemaklers Johnes Lang La Salle in Stuttgart.

Die Gründe waren für die meisten Experten absehbar. So folgte auf den vermeintlichen Boom bei den Freizeitimmobilien Musical-Hall und Multiplexkino bereits nach wenigen Jahren die Sättigung. „Einige Immobilienfonds haben dabei ganz bös die Finger reingebracht”, mit anderen Worten viel Geld kaputt gemacht, weiß Camilli. „Im Moment ist deshalb niemand scharf darauf, ein Kino zu finanzieren”, sagen unisono auch andere Gewerbemakler. Das liegt nicht nur an dem Thema Kino. „Niemand investiert gern in ein Projekt, bei dem er von seinen Mietern abhängig ist”, erklärt Camilli den Investmentmarkt für derartige Objekte. Und gerade bei Freizeitimmobilien erreiche man sehr schnell einen hohen Sättigungsgrad, mit der Folge, dass nur die besten langfristig überleben könnten.

Hinzu kommt, dass Freizeitimmobilien zu den sogenannten Spezialimmobilien gehören. Das heißt, in der Regel können sie aufgrund ihrer besonderen räumlichen Erfordernisse für das jeweilige Gewerbe - Musical oder Kino - nicht zu etwas anderem umfunktioniert werden. Das Fehlen alternativer Nutzungen dürfte deshalb ein weiterer Grund dafür sein, dass die Investmentbranche das Interesse an diesen Immobilien verloren hat und lieber auf sogenannte reversible - umkehrbare - Objekte setzt wie Büros und Einzelhandel. „Wenn hier ein Mieter pleitegeht, ist das Haus trotzdem vermietbar”, so die gängige Meinung der Branche. Noch besser sei es bei Objekten in guten Lagen im Einzelhandel. Hier stünden die Mieter Schlange, um einen der begehrten Standorte anmieten zu können, ist die Erfahrung von Sandro Camilli. Sogar Wohnimmobilien, lange Zeit aufgrund des deutschen Mietrechts bei ausländischen Investoren verpönt, seien mittlerweile wegen der akzeptablen Renditen interessant. „Die Kröte Mietrecht wird dafür schon mal geschluckt”, formuliert ein Insider.

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