Migräne gehört zu den fünf häufigsten Kopfschmerzenarten. Die Ursachen sind vielseitig.

Das bekannteste anfallartige Kopfschmerzsyndrom ist die Migräne. Sie kann schon im Kindesalter (um das zehnte Lebensjahr) auftreten. Meist beginnt sie in der dritten Lebensdekade und klingt etwa ab dem 50. Lebensjahr ab. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Eine erbliche Belastung ist bekannt.

Migräne - Symptome / Diagnose

Der Migräneanfall läuft in drei Phasen ab. Er entwikkelt sich über Stunden bis maximal zwei Tage. Die Gehirngefäße verengen und erweitern sich. Dabei wird ein entzündlich wirkendes Gewebshormon (Serotonin) freigesetzt; der genaue Mechanismus ist nicht bekannt.

Erste Phase
Die Aura bezeichnet Symptome, die dem eigentlichen Kopfschmerz mit vielgestaltigen neurologischen Ausfällen vorausgehen:

  •     Sehstörungen (Flimmern oder Blitze vor einem Auge, Zickzacklinien einseitig),
  •     Sprachstörungen,
  •     Missempfindungen (z.B. Kribbeln an Armen und Beinen oder im Gesicht).


Zweite Phase
Der dann einsetzende Kopfschmerz wird als pulsierend, drückend, meist seitenbetont, aber auch mit Schmerzen im Nacken- oder Schläfenbereich angegeben. Es besteht Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Weitere Anzeichen können sein:

  •     Übelkeit,
  •     Erbrechen,
  •     Durchfall,
  •     Magenbeschwerden,
  •     neurologische Ausfälle (z.B. Halbseitenlähmung).

Dritte Phase
In der Rückbildungsphase gehen die Kopfschmerzen zurück. Der Patient fühlt sich müde und erschöpft. Neurologische Ausfälle sind nicht mehr nachweisbar. Eine Migräne kann mitunter einige Tage anhalten.

Sonderformen

    Basilarismigräne: Kopfschmerzen, die mit schweren Krankheitszeichen wie Doppeltsehen, Schwerhörigkeit, Lähmungen, Hautmissempfindungen und Schwindel auftreten, können auf eine Durchblutungsstörung im hinteren Stromgebiet des Gehirns (Stromgebiet der Arteria basilaris) hinweisen.
    Ophthalmoplegische Migräne: Schmerzattacken die mit Augenmuskellähmungen (der Betroffene sieht Doppelbilder) einhergehen.
    Retinale Migräne: Einen einseitigen Gesichtsfeldausfall mit und ohne Kopfschmerz, der bis zur Erblindung für Stunden führen kann.
    Kindliche Migräne: Im Kindesalter kann die Migräne mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und vielen anderen Zeichen auftreten. Sie wird oft verkannt, da die Kopfschmerzen teilweise fehlen.

Bestehen Zweifel an der Diagnose oder hat sich die Art der Kopfschmerzbeschwerden verändert, sollten zusätzliche Untersuchungen wie ein Hirnstrombild (Elektroenzephalogramm, EEG) oder eine Computertomografie (CT), ggf. auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. Das trifft für alle Kopfschmerzarten zu. Die Migräne und andere Kopfschmerzarten sind nicht einfach einzuordnen und erfordern vom behandelnden Arzt große Erfahrung.

Migräne - Behandlungsmöglichkeiten


Zur Akutbehandlung eines Migräneanfalls werden schmerz- und entzündungshemmende Mittel wie z.B. ASS (Acetylsalicylsäure) schon bei den ersten Anzeichen gegeben. Auch werden so genannte Triptane verabreicht. Kombinationsformen von Schmerzmitteln sind möglich, aber auch bestimmte Antirheumatika (Ibuprofen) oder Serotoninantagonisten, also Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken. Ergotaminpräparate kommen heutzutage seltener zum Einsatz. Gleichzeitig werden Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen gegeben.
 

 
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