Meßstetten - Nach 45 Jahren schließt das Soldatenheim Berghaus Geißbühl – als Folge der Stationierungsentscheidungen des Bundesverteidigungsministers Thomas de Maizière.

Nachdem 1963 die ersten Soldaten in Meßstetten ihren Dienst antraten, folgte vier Jahre später, vor den Toren der Kaserne, die Eröffnung des Soldatenheimes. Neben Freizeitangeboten für die Soldaten und deren Familien sollte das Heim auch als Begegnungsstätte zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung dienen. Diakon und Hotelfachmann Karl Mast und seine Ehefrau Gertrud waren die ersten Heimleiter im neu erbauten Soldatenheim. 1974 wurde das Haus vom Evangelischen Jungmännerwerk Württemberg an die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS) übergeben.

Schon bald war das Soldatenheim ein beliebter Anlaufpunkt der Soldaten und der Bevölkerung. Ausgestattet mit zwei Kegelbahnen, einer Minigolfanlage und weiteren Freizeitangeboten wurde es schnell zu einem Treffpunkt für Jung und Alt.

Bis vor wenigen Jahren flimmerten dienstags und donnerstags die neuesten Kinofilme im großen Saal des Heimes auf der Leinwand. Unzählige kulturelle und familiäre Veranstaltungen wurde in den vergangenen 45 Jahren im Berghaus Geißbühl abgehalten. Auch sportliche Wettbewerbe wie der Soldatenheimlaufcup mit teilweise mehr als 250 Startern oder das jährliche Kegelturnier, waren immer sehr beliebt. Viele Ehepaare aus nah und fern können sich noch an ihre Hochzeitsfeier im Soldatenheim erinnern.

Im Gästebuch finden sich auch Bernd Clüver und die Gruppe Karat

Für die Planung und Organisation der Betreuung zeichnete das Kuratorium Soldatenheim, zusammen mit dem jeweiligen Heimleiterehepaar, verantwortlich. Neben den Theateraufführungen des "Chiemgauer" oder des "Willi-Millowitsch-Volkstheaters" gaben sich, hauptsächlich in den 1980- und 90-er Jahren, zahlreiche Schlagersänger sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Im Gästebuch finden sich Namen wie Bernd Clüver, Bernhard Brink, Dunja Reiter, Freddy Breck, Peter Petrel oder die Gruppe Karat.

Laut Statistik kamen zum Beispiel 1990 mehr als 8500 Besucher in die Begegnungsstätte. Nach mehr als 22 Jahren Heimleitertätigkeit verabschiedet sich nun das Ehepaar Stierle, Betreiber des zwischenzeitlich in "Stierles Berghaus XXL" umbenannten Soldatenheims, mit einem Silvesterball von der hiesigen Bevölkerung. Ab Februar 2013 betreiben sie dann das Soldatenheim in Stetten a. k. M. am anderen Ende des Truppenübungsplatzes Heuberg.

Das im Bundeseigentum stehende Heim wird in absehbarer Zukunft an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben übergeben. Ob sich ein neuer Käufer oder Pächter für das Haus interessiert, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber, dass sich viele Stammtische, Gruppen und Vereine ab dem neuen Jahr ein neues Zuhause suchen müssen.