Meßstetten Ohne die Kunst können sie nicht sein

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Ahmed Amer, Khadija Ghanem und Rasha Deeb stellen im Meßstetter Rathaus aus. Foto: Retter Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Anne Retter

Das Rathaus in Meßstetten wird im Januar die Ausstellung "Frauen im Krieg und auf der Flucht" beherbergen. Die Vernissage findet am Mittwoch, 20. Januar, statt.

Meßstetten. Khadija Ghanem, Rasha Deeb und Ahmed Amer lebten im Dezember des vergangenen Jahres in der LEA in Meßstetten. Ghanem und Deeb haben ihr Kunststudium in Syrien abgeschlossen und ihre Werke bereits mehrfach ausgestellt, Amer musste sein Studium nach Ausbruch des Bürgerkriegs abbrechen. Ihnen ist gemeinsam, dass sie ohne ihr kreatives Schaffen nicht sein können. "Ich lebe von Farben", sagt Gahnem.

Es ist Sozialpädagogin Heike Schuller zu verdanken, dass Kunstinteressierte aus der Region die Chance bekommen, die Malereien und Plastiken der drei syrischen Flüchtlinge zu bewundern. Sie hatte die Idee zur Ausstellung und konnte Ahmed Amer, Khadija Ghanem und Rasha Deeb dafür gewinnen.

Im Rathaus werden die in kurzer Zeit unter Hochdruck entstandenen Werke präsentiert. "Teilweise hat das Trio Tag und Nacht gearbeitet", sagt Schuller. Man merkt allen an, wie viel Herzblut und Mühe in das Projekt geflossen sind.

Tag und Nacht hat das Trio gearbeitet

Die Professionalität und Ausdrucksstärke der drei Künstler, die alle in den Zwanzigern sind, ist beeindruckend: Gahnems Acrylmalerei besticht durch ihre geometrische Formensprache, eine ausdrucks­starke Farbwahl und Detail-Reduktion. Deeb hat ihren "Mortima"-Zyklus in Aquarellfarben und Skulpturen aus Holz und Ton umgesetzt; auch in ihrer Arbeit spielt Farbe eine wichtige Rolle. Ahmed Amer zeigt eine Kohle-Zeichnung, eine größere Holzbildhauerei sowie Tonplastiken.

Traumata und einzelne Schicksale als Vorlagen

Während sich der junge Künstler mit der Lilith-Legende und der generellen Situation der Frau in Syrien beschäftigt, hat sich Rasha Deeb von einer einzelnen Frau inspirieren lassen, die sie auf ihrer Flucht im Libanon kennen gelernt hat – eine 60-Jährige, die das Vorbild für ihre fiktive "Mortima" ist. Khadija Ghanem entschied sich dazu, ihre ganz persönliche Geschichte zu thematisieren. Sie bearbeitet auf der Leinwand ihr Schicksal unter Assads Herrschaft, sowie die Traumata, die sie im Krieg und auf der Flucht erlitten hat.

An der Entstehung der Ausstellung waren über ihre Funktion als Übersetzer auch der Mediziner Nashat Ahmadouk und die Ernährungswissenschaftlerin Judy Alassar maßgeblich beteiligt. Letztere zeichnet darüber hinaus für die musikalische Umrahmung der Vernissage am Klavier verantwortlich.

Diese findet im Rahmen des Projekts "Mensch von Nebenan" statt und soll nicht nur Gelegenheit bieten, das Talent der Künstler ins rechte Licht rücken, sondern auch dazu, über die Lage der syrischen Frauen zu informieren. Außerdem wird Frank Maier, der Leiter der Landeserstaufnahmestelle, in seinem Grußwort über die aktuelle Situation in der LEA berichten.

  
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