Von Karina Eyrich

Meßstetten. Wirklich neue Ideen waren noch nicht dabei: In der Zollernalbkaserne haben Landrat, Bürgermeister und Gemeinderäte der Region Konversionsgespräche geführt. Die Frage: Was wird aus dem Bunker Martin und der Kaserne?

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Ausgedient haben wird er im kommenden Jahr: der Bunker Martin, laut Oberstleutnant Volker Engelmann vier Stockwerke hoch, mehr als 100 Meter lang und 53 Meter breit, gegossen aus einem Betonguss, damit keine Kampfstoffe eindringen können. Die 61 Gebäude der Bundeswehr, die oberirdisch darüber auf einem 55,96 Hektar großen Gelände stehen, wird die Bundeswehr laut Michael Scharf von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) noch fünf Jahre nutzen. Doch schon jetzt denkt die Bima darüber nach, was damit geschehen soll, zumal alles in sehr gutem Zustand und vieles erst in jüngster Zeit saniert worden sei, wie Engelmann sagt.

Erfahrungen, wie eine hochwertige Kaserne enden kann, hat er aus seinem Heimatort im Sauerland: "Diesen Anblick möchte ich Meßstetten ersparen."

Das wollen auch Landrat Günther-Martin Pauli, der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg sowie die Bürgermeister und Gemeinderäte der Konversionsgemeinden, die am Montag Abend im Albcasino beim ersten "Konversionsgespräch" dabei waren. Das Problem: Wegen der Nähe zum Truppenübungsplatz und zum – wie Kreisrat Edmund Merkel kritisierte – trotz Bundeswehrabzug im Bau befindlichen Sprengplatz sind die Nutzungsmöglichkeiten deutlich eingeschränkt. "Die Hoffnung besteht, dass wir bis 2015 einen Nutzer finden, aber auch danach werden wir nicht aufgeben, die Gebäude zu vermarkten", sagte Scharf auf Frage von Oliver Rentschler. Als Ansprechpartner für die Region nannte er den Bürgermeistern Dennis Lubenow, der mit nach Meßstetten gekommen war.

Bei Alfred Fausers Frage nach einer Nutzung als Asylantenunterkunft winkte Landrat Pauli ab: Von solchen Plänen sei ihm nichts bekannt – allerdings habe er gehört, dass neue Unterkünfte für die Bundespolizei gesucht würden, und auch als Rechenzentrum seien die Gebäude ideal, schon wegen des kühlen Klimas in Meßstetten.

Ob ein Großgefängnis einziehen kann, hänge noch von der Bewertung der Landesregierung ab, sagte Pauli. "Ich halte das für eine ideale Nachnutzung und bin dankbar, dass man dieses Thema in Meßstetten sehr sachlich diskutiert."

Auch mit Fördergeldern können die Konversionsgemeinden Meßstetten, Nusplingen, Obernheim, Straßberg, Winterlingen, Stetten am kalten Markt, Schwenningen und Albstadt rechnen, wie Anita Schmitt vom Regierungspräsidium Tübingen erklärte. Und sie hätten Vorrang bei Landesförderprogrammen, etwa dem Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR). Das Land biete zudem Hilfe bei interkommunalen Entwicklungskonzepten an – dazu sollten die Gemeinden Fachbüros beauftragen und den Ministerien Ansprechpartner nennen.