
Nusplingen (hol). Mit 3,40 Euro pro Kubikmeter beim Schmutzwasser und 22 Cent je Quadratmeter beim Niederschlagswasser hat der Nusplinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung rückwirkend zum 1. Januar 2011 die Gebühren im Rahmen der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr festgesetzt. Für 2012 soll es zum 1. Juli nochmals eine Kalkulation geben, die rückwirkend zum 1. Januar in Kraft treten soll.
Doch eines stehe jetzt schon fest, wie Kämmerer Hans Hager betonte: "In der Summe bedeutet dies für viele Haushalte eine Anhebung der Gebührenbelastung." Das allerdings liege nicht an der gesplitteten Abwassergebühr, sondern am zu geringen Kostendeckungsgrad – 2010 bei knapp 95 Prozent und für 2011 mit dem bisherigen Gebührensatz bei rund 92 Prozent –, den es besser auszugleichen gelte.
Für Nusplingen ergibt sich eine abflussrelevante Fläche von 179 131 Quadratmetern. Die jetzt festgesetzten Gebühren sorgen für eine volle Kostendeckung. Die Anlieferungsgebühr für Schmutzwasser beträgt bei Abwasser aus Kleinkläranlagen 43,40 Euro je Kubikmeter und bei Abwasser aus geschlossenen Gruben 4,34 Euro je Kubikmeter.
Berücksichtigt in der Gebührenkalkulation ist das Anliegen des Gemeinderates, den Abflussfaktor für Porenpflaster auf 0,3 statt 0,6 festzulegen. "Das soll ein Signal an die Bürger sein", verdeutlichte Bürgermeister Alfons Kühlwein in der Sitzung.
"Der Bürger wird die neuen Gebühren spüren", sagte Hager, allerdings gebe es nur für 2011 eine Kostendeckung, die Gebühren deckten nicht die Unterdeckung der Vorjahre ab. Auf Dauer will die Kommune die Belastung der Bürger möglichst gering halten.
Überraschungen gab es für Verwaltung und Gemeinderäte bei den Zisternen: hinsichtlich deren Zahl – rund 100 – und zum Teil deren Größe. Auch wie viele ausschließlich für die Bewässerung des Gartens und wie wenige nur für Brauchwasser – etwa für die Toilettenspülung – genutzt werden, erstaunte das Gremium. Deshalb will die Verwaltung die Zisternen ab einer bestimmten Größe anschauen, vor allem diejenigen für Brauchwasser. Wichtig dabei ist, dass diese ordnungsgemäß angeschlossen sind. Ein Augenmerk soll auch darauf gelegt werden, dass kein Zisternenbesitzer zu Lasten der Allgemeinheit sich unrechtmäßig vor Gebühren drückt: Es gehe um Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, betonten die Gemeinderäte.