Mats Hummels „Es geht um das Gefühl, wichtig zu sein“
Thomas Näher, 21.06.2012 11:00 Uhr
Mats Hummels ist schon jetzt die Überraschung der EM.Foto: dpa
Für die EM war Mats Hummels (23) nur als Joker eingeplant. Dann verdrängte er auf den letzten Drücker Per Mertesacker aus der Mannschaft, überzeugte – und hat jetzt seinen Stammplatz sicher.
Herr Hummels, in der deutschen Mannschaft sind Sie die Entdeckung der Gruppenphase. Sehen Sie das auch als die Geburtsstunde des Nationalspielers Hummels?
Das kann ich nachvollziehen, denn es war das erste Mal, dass ich in der Nationalmannschaft so gute Kritiken bekam wie bei Borussia Dortmund. Es gab davor ein paar ganz gute Spiele von mir, aber das Auftaktspiel gegen Portugal war das erste herausragende.
Haben Sie eine Erklärung dafür, warum Sie dazu 15 Anläufe benötigt haben?
Wie sagt man so schön: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ein Spiel auch nicht. Ich habe Zeit benötigt, um in das neue Umfeld hineinzufinden. Mir fehlte das Gefühl, immer gebraucht zu werden. Das ist anders als beim BVB, wo ich immer spiele und Führungsspieler bin.
Das kann nicht die ganze Erklärung dafür sein, dass Sie von EM-Beginn an so aufgetrumpft haben.
Bei der EM ist die Einstellung von uns eine ganz andere als in den Freundschaftsspielen zuvor. Es wird mehr nach hinten gearbeitet, es ist mehr Zweikampfhärte und Willen zu spüren. Es ist für die Verteidigung einfacher, wenn sie nicht immer in Schnellangriffe der Gegner laufen muss.
Wie viel Druck spüren Sie von außen?
Während einer Partie ist der Druck von außen nie da, weil ich selbst sehr viel von mir erwarte. Das reicht mir vollkommen.
In Dortmund haben Sie sich den Ruf als bester Innenverteidiger der Liga erworben. Mussten Sie bei der Nationalelfmannschaft erst lernen, nicht diese herausragende Stellung einzunehmen wie beim BVB?
Es geht nicht darum, die herausragende Figur zu sein, sondern um das Gefühl, hier wichtig zu sein. Dass man weiß, man wird gebraucht und gewollt. Es ist mir wichtig, dieses Vertrauen zu spüren.
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