
Man dachte eigentlich solche dumpfen Zeiten hätte das Actionkino überwunden - auch die Akteure dieses Films. Stallone hatte zum Beispiel in dem Science-Fiction "Demolition Man" das Actionstereotyp parodiert, indem er als Ex-Häftling, der in einem Rehabilitationsprogramm ein Handarbeitsprogramm belegt hat, einer smarten Polizistin (Sandra Bullock) erst einmal einen Pullover strickt.
Und Arnold Schwarzenegger, der in "The Expendables" einen Gastauftritt hat, stellte als Titelheld in "The Last Action Hero" fest, dass er eher eigentlich die Musik Mozarts der von AC/DC vorzieht.
In diesen auch heute noch unbedingt sehenswerten Filmen, die beide aus dem Jahr 1993 stammen, war das Actionkino witziger, intelligenter und fortschrittlicher als heute in "Das A-Team" oder "The Expendables". Damals wurde nicht nur die Rolle des Actionhelden ironisch infrage gestellt, sondern Schwarzenegger und Stallone machten sich auch anspielungsreich über ihren jeweiligen Konkurrenten lustig.
In "Demolition Man" muss der von Stallone gespielte John Spartan erfahren, dass es in der Zukunft eine Schwarzenegger-Bibliothek geben wird, die nach dem Präsidenten der Vereinigten Staaten benannt wurde. In der Actionkomödie "The Last Action Hero", die in einer Kino-Parallelwelt spielt, heißt der Hauptdarsteller von "Terminator II" nicht Schwarzenegger, sondern Stallone. Und in der Rolle Jack Slaters sagt Schwarzenegger: "Sylvester Stallone ist ein echter Künstler. Und besser als in diesem Film war er nie."
Zwar versucht Stallone etwas von dieser Art Humor in "The Expendables" zu retten. Er trifft in einer Szene mit Schwarzenegger und Bruce Willis aufeinander - eine Szene, die übrigens eine Herausforderung für den deutschen Synchronsprecher Thomas Danneberg war, der sowohl Schwarzeneggers als auch Stallones deutsche Stimme ist. Doch so witzig diese zwei Minuten sind, in denen sich die größten Actionstars der 1980er Jahre über sich selbst und ihre Rollenklischees amüsieren - so humorlos ist der Rest dieses anachronistischen Söldnerspektakels.
Nach dem großen Erfolg von "Das A-Team" oder "The Expendables" ist zu befürchten, dass deren selbstgefälliger Ton und der damit verbundene Rückfall in eigentlich überwundene Geschlechterstereotypen stilprägend wird. Stallone plant bereits ein "Rambo"-Prequel, eine "Conan"-Neuverfilmung (allerdings ohne Schwarzenegger) ist in Arbeit. Und der Sex-Drogen-und-Rock'n'Roll-Klamauk "Männertrip", der gerade in den deutschen Kinos angelaufen ist, führt vor, wie einfach es ist, auch in Komödien dumpfe männliche Rollenmuster aus der Klamottenkiste hervorzukramen.
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