Loßburg Vom Mittelalter bis zur Moderne

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Konzertgitarrist Peter Karstens spielte im Kinzighaus Werke von Eros Amadé Weltreys und selbst verfasste Kompositionen. Foto: Haubold Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Petra Haubold

Eine interessante musikalische Reise unternahm der Komponist und Konzertgitarrist Peter Karstens bei seinem Gastspiel im Kinzighaus in Loßburg.

Loßburg . Auch zahlreiche Eigenkompositionen hatte der Interpret im Gepäck. Der Gitarrist glänzte mit klassischen Melodien, aber auch mit neuer Musik.

Im Kinzighaus lauschte ein kleines, aber sehr interessiertes Publikum der beeindruckenden Werkschau des Gitarristen aus Baden-Baden. Peter Karstens hat sich als Musiker seines Fachs längst einen Namen gemacht. Er erhielt Gitarren- und Klavierunterricht, später auch Gesangsunterricht. Sein Gitarrenstudium absolvierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen, ein Aufbaustudium führte ihn an die Ecole Normale de Musique de Paris.

Gregorianische Melodie

Der Künstler führte bei seinem Auftritt im Kinzighaus zunächst mit einer gregorianischen Melodie ins frühe Mittelalter, erläuterte dabei Melodie und besondere Effekte und bewies anschaulich sein spieltechnisches Können.

Fasziniert lauschte das Publikum auch seinen eigenen Kompositionen unter dem Titel "Nimm Fünf". Mit einer "Elegie" erklang dabei eine Tonfolge, die an das frühe Griechenland erinnerte. Den Abschluss mit der "Diapente" untermalte der Künstler mit verspieltem Humor. Viele improvisatorische Elemente habe er hier eingefügt, erklärte Karstens seine "Idee aus Andalusien, die religiöse Verzückung in mal höheren und mal tiefen Tönen ausdrücken soll". Dem Laien suggerierte der facettenreiche Klang beinahe zweierlei Instrumente. Karstens’ Eigenkomposition "Regenbogen-Präludium" mit Melodien aus dem 19. Jahrhundert ließ die Zuhörer eintauchen in "grummelndes Nass", so Karstens, wobei er Plätschern des Wassers durch Zupfen mit der rechten Hand darstellte. Bedächtige und sanfte Moll-Melodien gingen hier eine flotte Verbindung mit Tanz-Rhythmen ein.

Regentropfen und nostalgische Töne

Karstens beeindruckte das Publikum mit seinem leidenschaftlichen und virtuosen Spiel und imitierte durch den Einsatz der Gitarre als Percussion-Instrument auch Regentropfen. Naturklänge, nostalgische Töne und eine liedhafte Reprise kennzeichneten die Gitarrensonate in fünf Sätzen.

Mit einem Werk von Eros Amadé Weltreys und der Komposition "Aus der Fremde", in die sich vieles hinein interpretieren ließ, stand dann neue Musik auf dem Programm. Vor allem gefielen die beseelten Melodien und knackige Läufe.

Zu jedem Stück hatte Peter Karstens etwas zu erzählen. Auch stimmungsvolle Gedichte trug er vor. Dass sein Gastspiel im Kinzighaus gut ankam, zeigte der Beifall nach jedem Stück.

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