Loßburg Trockenheit setzt Bäumen zu

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Für den Wald war das vergangene Jahr kein gutes Jahr. Foto: © kentauros / Fotolia.com Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Waltraud Günther

Der Waldhaushalt 2016 stand bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Loßburg auf der Tagesordnung. Forstdirektor Eugen Granacher gab in seinem Sachvortrag Informationen zur allgemeinen Waldsituation und nahm insbesondere Stellung zur Entwicklung des Holzpreises.

Loßburg. Granacher war mit der personellen Situation vor Ort zufrieden und bilanzierte: "Sie haben da mit Sicherheit eine Top-Mannschaft: gute Waldarbeiter und gute Revierleiter." Trotzdem war seinen Ausführungen nach das Jahr 2015 für die Waldbesitzer und für den Wald allgemein kein gutes Jahr: "Wir sind von naturbedingten Katastrophen nicht verschont geblieben." Das Ergebnis waren viele Festmeter Schadholz. Die kata-strophale Trockenperiode des vergangenen Sommers habe zu großen Feinwurzelschäden bei allen Bäumen geführt.

Was den Gemeindewald Loßburg anbelangt, legte Granacher für das Jahr 2015 folgende Zahlen vor: 1,6 Hektar Fläche wurden mit 1650 Pflanzen (Ahorn, Buche, Kirsche und Tanne) bepflanzt. Der vollzogene Holzeinschlag in Höhe von 4226 Festmetern war zu über 30 Prozent durch zufällige Nutzung wie Käferbefall, Schneedruck und Sturm bedingt. Für den Gemeindehaushalt ergab sich ein Nettoertrag von 116 000 Euro.

Zu den Eigenjagden gab Granacher bekannt, dass die Verbiss-Situation in den Regiejagden 24-Höfe Stuhlwald und im Stiftungswald gut sei. Erfreuliches gab es auch zum Thema Schulwald zu berichten: Die Grundschule, die Werkrealschule, die Realschule und auch die Gemeinschaftsschule bauen das Angebot und den Unterricht im Schulwald kontinuierlich aus. Für das Jahr 2016 geht Granacher für den Loßburger Gemeindewald von einem Erlös von 90 330 Euro aus.

Im Wald der Gemeindestiftung Schömberg wurden im vergangenen Jahr 1965 Festmeter Holz eingeschlagen und somit ein Überschuss von 69 000 Euro erwirtschaftet. Von diesem Erlös fließen laut Stiftungsvertrag 20 Prozent zurück an Schömberg, das damit den Stiftungsstatuten entsprechend kulturelle oder soziale Maßnahmen wie die gut angenommene Schömberger Waldhütte finanziert. Zur Finanzierung dieser Hütte stellte Ortsvorsteher Kurt Winter klar: "Wir haben bisher keinen einzigen Cent mehr für diese Hütte bekommen als andere."

In der Kirchspielteilstiftung Büchenberg-Ödenwald wurden 218 Festmeter Holz eingeschlagen. Dort liegt der Überschuss 2015 bei 6032 Euro. Für das Jahr 2016 geht Granacher von einem Erlös von 6020 Euro für die Kirchspielteilstiftung aus.

Im Gegensatz zur Gemeindewaldstiftung Schömberg, die eine Quote von 20 Prozent Rückerstattung vorschreibt, muss der Reinerlös der Büchenberger/Ödenwalder Kirchspielteilstiftung zu 100 Prozent den Bewohnern dieser beiden Ortschaften zugute kommen. In Jahren, in denen davon keine Gemeinschaftsanschaffungen wie Feuerlöscher für die einzelnen Haushalte oder ein gemeinsamer Holzspalter finanziert werden, erhält jeder, der mindestens seit einem Jahr in Büchenberg oder auf dem Ödenwald wohnt, seinen Anteil an den Holzerlösen. Verwaltet wird diese Kirchspielstiftung durch einen ehrenamtlichen aus sechs Personen bestehenden Verwaltungsrat. Stiftungsratsvorsitzender ist Bürgermeister Christoph Enderle. Als Nachfolger des ausgeschiedenen Verwaltungsrats Ulrich Schmider wurde vom Gremium einstimmig Günter Lengert berufen. Ebenfalls abgerechnet wurden die Erlöse aus der im Bürgerwald Rodt gewonnenen Holzmenge. Dort erzielten die eingeschlagenen 96 Festmetern einen Überschuss von 2400 Euro.

Von dieser noch vom König von Württemberg gegründeten Stiftung Bürgerwald Rodt profitieren nur noch die Altberechtigten, deren Rechte in den Grundbüchern der Gemeinde Rodt eingetragen sind. Auch hier entscheidet ein gewähltes Stiftungsgremium über die Verteilung des Erlöses. Auch Bürgermeister Enderle war mit den Daten des Waldhaushalts sichtlich zufrieden: "Mein ganz großes Lob gilt den Waldarbeitern unserer Gemeinde und den Rückeunternehmen."

  
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