Loßburg Neue Kleiderkammer für Flüchtlinge

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Foto: Haubold

Loßburg - In der leerstehenden Hausmeisterwohnung der Loßburger Grundschule wird eine zentrale Kleiderkammer eingerichtet.

Die derzeit rund 140 Flüchtlinge in Loßburg können sich bald Kleidungsstücke in der alten Hausmeisterwohnung der Grundschule (Bild) aussuchen. Denn für die Asylbewerber wird es künftig eine zentrale Kleiderkammer geben. Das kündigte Bürgermeister Christoph Enderle bei der jüngsten Gemeinderatsitzung an. Lange habe die Gemeinde nach passenden Räumlichkeiten für die Lagerung von Kleidungsstücken gesucht.

Letztlich sei man mit der seit über einem Jahr leer stehenden Hausmeisterwohnung im dritten Stock der Grundschule fündig geworden. Hintergrund sei, dass die Kleidermengen, die bisher im ehemaligen Rathaus in Betzweiler ausgegeben wurden, wegen der großen Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung stark angewachsen seien.

Nachdem im Hotel Panorama eine größere Einrichtung zur Unterbringung von Flüchtlingen entstanden ist, hatte der Asylkreis Loßburg den Wunsch geäußert, eine zentrale Kleiderkammer im Mutterort einzurichten. Bisher hatte sich der Asylkreis in Wälde von einer privaten Wohnung aus um die Einkleidung der Flüchtlinge gekümmert. Dies, so Enderle, sei nicht nur aufgrund der zunehmenden Flüchtlingszahlen nicht mehr möglich. Die Fahrdienste von Loßburg nach Betzweiler bedeuteten einen großen Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer. Deshalb habe die Gemeinde verschiedene Räumlichkeiten geprüft.

Die Räume in der Grundschule könnten ohne größere Renovierungsarbeiten ehrenamtlich als Kleiderkammer eingerichtet werden. Eine Vermietung sei nicht mehr möglich, da für Boden und Wände ein immenser Sanierungsaufwand zu stemmen wäre. Einen großen Vorteil sieht Enderle in der Raumaufteilung der Wohnung: "Weil die Wohnung mehrere Räume hat, können sich auch muslimische Frauen dort ohne Blicke von Westeuropäern umziehen."

Symbolischer Preis von einem Euro pro Kleidungsstück

Nach Absprache mit der Schulleitung hatte sich der Asylkreis Loßburg darauf geeinigt, die Kleiderkammer an ein bis zwei Abenden in der Woche zu öffnen, sodass der Unterricht nicht gestört wird. Gegen einen geringen Anerkennungsbeitrag können sich dort Flüchtlinge und weitere Bedürftige Kleidung aussuchen und erwerben. Der symbolische Preis von einem Euro garantiere, dass die Kleidungsstücke nicht auf dem Müll landen, verdeutlichte der Bürgermeister. Der Verkaufserlös kommt wiederum der Flüchtlingsarbeit zugute. Die Wohnung könne schulisch sowieso nicht genutzt werden, aber als Kleiderkammer sei sie gut geeignet, stimmte Ratsmitglied und Gemeinschaftsschulrektor Thomas Gisonni zu. Auch Wittendorfs Ortsvorsteher Gottlob Huss befand die Idee für gut: "So können wir das Problem mit der Fahrerei lösen."

Ein weiterer Aspekt sei, dass jetzt das ehemalige Rathaus in Betzweiler im Rahmen der Sanierung eventuell mit 60 Prozent Zuschuss abgerissen oder auch vermarktet werden könne, freute sich Enderle. Denn bisher ruhten diese Bemühungen, einerseits wegen der fehlenden Nachfrage, aber eben auch wegen der Ersatzbelegung.

  
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