
Von Claus Wiegert Loßburg. Mit den finanziellen Altlasten aus dem laut Bürgermeister Thilo Schreiber "schlechtesten Haushaltsjahr in der Geschichte der Gemeinde Loßburg" befasste sich der Gemeinderat Loßburg bei seiner jüngsten Sitzung.Festgestellt wurde dabei der Jahresabschluss 2010. Der Fehlbetrag von knapp zwei Millionen Euro soll im Haushaltsplan 2012 abgedeckt werden. Dabei wandle man, so Schreiber, trotz mittlerweile entspannter Finanzlage weiterhin auf einem schmalen Grat. In einer der nächsten Sitzungen kommt der Entwurf des neuen Etats nach Ankündigung Schreibers im Gemeinderat auf den Tisch.
Selbst im finanziellen Krisenjahr 2010 kam es, so erläuterte Kämmerer Günter Muth bei der Vorstellung der Jahresrechnung, nicht ganz so dick wie befürchtet: Vorgesehen war eine Zuführung vom Vermögens- zum Verwaltungshaushalt 2010 in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Letztlich mussten allerdings rund 233 300 Euro weniger zum Ausgleich für den Verwaltungshaushalt aufgebracht werden. Dies lag unter anderem an den Einnahmen aus der Gewerbesteuer, die mit 3,57 Millionen Euro um rund 71 000 Euro höher ausfielen als veranschlagt.
Beim Jahresabschluss 2010 des Kurbetriebs, der die Loßburg Information, die Kureinrichtungen sowie das Frei- und Hallenbad umfasst, blieb unterm Strich ein Verlust von rund 891 000 Euro. Er wird durch Haushaltsmittel der Gemeinde ausgeglichen. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der Verlust um fast 90 000 Euro, vor allem durch Kostensenkungen bei der Loßburg Information und für Kuranlagen von rund 67 600 Euro.
Beim Jahresabschluss 2010 des Eigenbetriebs Wasserversorgung ergab sich ein Gewinn von rund 50 500 Euro. Er wird mit dem Verlustvortrag aus Vorjahren verrechnet. Dies geschieht auch mit dem Gewinn von fast 46 000 Euro beim Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung, den der Jahresabschluss 2010 ausweist.
Gut die Hälfte der Gesamtschulden Loßburgs Ende 2010 in Höhe von rund 15 Millionen Euro entfallen auf die Abwasserbeseitigung. Andererseits, so Kämmerer Günter Muth, sei die Gemeinde in diesem Bereich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben auch auf einem hohen Stand. Bisher seien, die Zuschüsse mit eingerechnet, insgesamt schon rund 30 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung der Gemeinde investiert worden.