Loßburg Keine Interessenten für LVA-Klinik

Claus Wiegert, 26.05.2011 19:01 Uhr

Loßburg - Fast ein Jahr ist es her, dass sich die Gemeinde entschloss, das Gelände der LVA-Klinik in Rodt Stück für Stück zu verkaufen und nicht länger auf einen Investor für den gesamten Gebäudekomplex zu warten. Kaufinteressenten gibt es aber bis heute keine."Still ruht der See", kommentierte Gemeindekämmerer Günter Muth im Gespräch mit unserer Zeitung die Nachfrage. Als Ensemble ließen sich das alte Klinikgebäude und das Hofgut nicht verkaufen, aber auch Teil für Teil offenbar nicht. Lediglich das knapp vier Hektar große Waldstück des Klinikgeländes wurde bereits vor etwa einem Jahr für 120 000 Euro verkauft.

Für das 5,6 Hektar umfassende Klinik-Areal verlangt die Gemeinde nur noch den Grundstückspreis – 1,4 Millionen Euro. Mit 450 000 Euro wurde der Preis für das Hofgut mit einem halben Hektar Grundstücksfläche angesetzt.

Möglicherweise muss die Gemeinde letztlich noch den Abbruch des knapp 100 Jahre alten Gebäudes selbst bezahlen, wenn sie ihr Ziel erreichen will, auf dem Areal oberhalb von Rodt ein Baugebiet zu erschließen. Die Sandsteine des Gebäudekomplexes bilden zwar auch einen Wert, so Muth, die Abbruchkosten von geschätzten 200 000 bis 250 000 Euro decken sie aber wohl nicht.

Vor knapp 13 Jahren verkaufte die Landesversicherungsanstalt den Gebäudekomplex oberhalb von Rodt, und die Gemeinde, damals noch gut bei Kasse, griff zu: Die Kommunalpolitiker wollten es selbst in der Hand haben, wie das Areal künftig genutzt wird. 2,5 Millionen Euro legte die Gemeinde dafür auf den Tisch. Doch aus dem vermeintlichen Tafelsilber Loßburgs ist längst Ballast geworden.

Dabei hat es an Interessenten, die eine Einrichtung in dem Gebäude betreiben wollen, in den vergangenen Jahren nicht gefehlt. Die Bandbreite der Projekte, die verwirklicht werden sollten, reichte vom Luxushotel über eine Suchtklinik bis zur Hochschule. Letztlich aber fand sich nie ein Investor, der Geld locker gemacht hätte. Seit einem Jahr nun sollen endgültig kleinere Brötchen gebacken werden. Oben, in der Nähe des Walds, sind exklusive Villengrundstücke angedacht, unten normale Bauplätze, sagt Muth, ohne dem Gemeinderat in seiner Entscheidung vorgreifen zu wollen. Noch in diesem Jahr werde sich das Gremium mit dem kommunalpolitischen Dauerbrenner befassen. Die Voraussetzung, um aktiv zu werden, ist laut Muth jedoch, dass überhaupt jemand in dem Gebiet bauen will. Derzeit sei ein Markt für große Immobilienprojekte allerdings einfach "nicht gegeben".

 
 
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