
Von Claus Wiegert Loßburg. Eugen Granacher hatte gute Nachrichten für den Loßburger Gemeinderat: "Wir bringen einen großen Sack voll Geld", sagte der Forstdirektor im Beisein der Revierleiter Martin Schmalz und Eberhard Valtinke bei der Vorstellung des Waldhaushalts 2012. Dank guter Holzpreise warf der Gemeindewald im vergangenen Jahr laut Granacher einen Überschuss von 200 000 Euro ab – 25 Prozent mehr als erwartet.
Bürgermeister Thilo Schreiber griff Granachers Metapher gerne auf: "Wir sind auch eine große Gemeinde, da passen noch ganz andere Säcke rein!" "Gewöhnen sie sich nicht daran", warnte Granacher allerdings, "wir hatten viel Glück." Es kämen sicher auch wieder Zeiten, in denen der Wald wieder rote Zahlen schreibe. Derzeit gibt es allerdings noch keinen Grund für Pessimismus: Die Holzpreise liegen laut Granacher noch immer zwischen 90 und 100 Euro pro Festmeter. Auf diesem hohen Niveau seien sie auch für das erste Halbjahr 2012 festgeschrieben worden.
Im vergangenen Jahr wurden im Gemeindewald Loßburg 5176 Festmeter Holz eingeschlagen, 276 mehr als geplant. Es gab keine Wetterkatastrophen, die einen Strich durch die Forstrechnung gemacht hätten, aber die Witterungsextreme haben laut Granacher zugenommen. Der Sommer war verregnet, im Herbst aber gab es monatelang so gut wie keinen Regen. Der Abteilungsleiter im Kreisforstamt: "Es sind Brunnen versiegt, die sonst nie versiegen." Die Verbissschäden bei Tannen sind, so Revierleiter Martin Schmalz, vor allem im Muschelkalkbereich in Wittendorf und Lombach sehr hoch. Den Sägewerken geht es, wie Granacher berichtete, "so schlecht wie nie: Das Sägewerkssterben hat begonnen und wird weitergehen." Auch die holzverarbeitende Indus-trie sei in Schwierigkeiten. Das Kreisforstamt wolle bei der Vermarktung des Holzes einen "korrekten, sauberen Preis", aber auch "kein Öl ins Feuer gießen".
Im Waldhaushalt 2012 ist ein Holzeinschlag von 4000 Festmetern vorgesehen. Den Überschuss veranschlagt Granacher vorsichtig mit 85 000 Euro. An Einnahmen sind im Forstetat 255 690 Euro eingeplant, die Ausgaben belaufen sich auf rund 170 000 Euro. Die Kultursicherung ist auf einer Fläche von 3,2 Hektar vorgesehen, Jungbestandspflege auf 1,5 Hektar.
Einstimmig gebilligt hat der Gemeinderat auch die Etatentwürfe 2012 für den Stiftungswald, die von den beiden Verwaltungsräten bereits vorberaten worden waren. Bei der Gemeindestiftung Schömberg wurden im vergangenen Jahr zwar nur 1812 statt der geplanten 2100 Festmeter Holz eingeschlagen. Dennoch ergab sich ein Überschuss von 75 000 Euro. In diesem Jahr wird bei einem geplanten Einschlag von 1800 Festmetern ein Überschuss von 25 660 Euro erwartet. Bei der Kirchspielteilstiftung Ödenwald/Büchenberg wurden 2011 rund 220 Festmeter Holz eingeschlagen, der Gewinn beträgt 8300 Euro. Dieses Jahr ist ein Einschlag von 250 Festmetern geplant, mit einer Gewinnerwartung von 3430 Euro. Festgestellt hat der Gemeinderat auch die Jahresrechnungen 2010 für die beiden Stiftungen. Von der Gemeindestiftung Schömberg fließen demnach rund 70 000 Euro ins Gemeindesäckel.
Im Bürgerwald Rodt blieben im vergangenen Jahr bei einem Einschlag von 153 Festmetern unterm Strich 7400 Euro übrig. In diesem Jahr sollen 120 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Der Überschuss wird mit knapp 2000 Euro angesetzt.
Die guten Zahlen im Waldhaushalt führt Eugen Granacher auch auf die gute Arbeit aller Forstmitarbeiter in Loßburg zurück. So dankte er ausdrücklich den Revierleitern Schmalz und Valtinke, Revierleiterin Ulrike Becker und den Waldarbeitern für ihren engagierten Einsatz.