
Loßburg. Der Kurs der Haushaltskonsolidierung in der Gemeinde Loßburg muss nach Darstellung von Bürgermeister Thilo Schreiber fortgesetzt werden. Viele Sparmaßnahmen seien bereits umgesetzt worden, unter anderem die Zusammenlegung Grundschulstandorte Wittendorf und Lombach (Einsparung von 10 000 Euro),die Schließung des Kindergarten Lombach (50 000 Euro), die Erhöhung der Friedhofsgebühren (18 000 Euro), der Wegfall der Hausmeisterstelle im Kinzighaus und in der Turn- und Festhalle (23 000 Euro), die Übernahme des Freibads durch den Förderverein (75 000 Euro) und die Anhebung des Hebesatzes der Grundsteuer B (130 000 Euro).
Insgesamt ergaben die Maßnahmen Einsparungen in Höhe von 617 000 Euro. In der vierten Sitzung des Konsolidierungsausschusses Ende November 2011 wurde vorgeschlagen, so Schreiber, weitere zwei nicht mehr unbedingt notwendige Liegenschaften der Gemeinde in Loßburg und Wittendorf zu veräußern. Ferner soll unter anderem die Feuerwehrstruktur unter Berücksichtigung der gesetzlich vorgeschriebenen Ausrücke- und Anmarschzeiten, der geografischen Struktur der Gesamtgemeinde und des örtlichen Risikos überprüft werden. Im Rahmen des Feuerwehrbedarfsplans, den der Gemeinderat wohl noch in diesem Jahr verabschiedet, werden diese Überprüfungen ausgewertet.
Ferner hat für Schreiber ein deutlicher Schuldenabbau Vorrang vor weiteren kommunalen Wünschen im Kernort und allen Ortsteilen gleichermaßen. Der Schuldenstand zum 1. Januar beläuft sich insgesamt (mit Eigenbetrieben) auf 14,9 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 1966 Euro, mehr als doppelt so viel wie der Landesdurchschnitt von 855 Euro.
Für den Bürgermeister hat ein Thema oberste Priorität: eine deutliche Verbesserung der Breitband(Internet-)versorgung. Bis auf den Kernort Loßburg/Rodt und Lombach seien alle Ortschaften erheblich unterversorgt, teilweise gebe es sogar "weiße Flecken" ohne DSL-Verbindungsmöglichkeit.
Der Gemeinderat habe deshalb in einer Sondersitzung mit allen Ortschaftsräten im Dezember der Konzeptstudie einer beauftragten Firma aus Backnang zugestimmt und die Verwaltung beauftragt, bald ein Realisierungs- und Finanzierungskonzept vorzulegen. Weitere Finanzmittel seien bereits 2012 in den Haushalt einzustellen.
Vorgesehen ist, dass die Gemeinde Loßburg selbst Lehrrohre mit Glasfaserkabel verlegt und dann das Netz zum Betrieb öffentlich ausschreibt. Erste große Schätzungen gehen laut Schreiber von einem Kostenaufwand im knapp siebenstelligen Eurobereich aus.