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Loßburg Blick in den ganz normalen Wahnsinn

Schwarzwälder-Bote, vom 09.01.2012 21:01 Uhr
Bei der Theateraufführung wirkten auch Jens Grözinger, Heinz Schmider und Iris Wössner (von links) mit.  
 
Foto: Wagner Foto: Schwarzwälder-Bote
Bei der Theateraufführung wirkten auch Jens Grözinger, Heinz Schmider und Iris Wössner (von links) mit. Foto: Wagner Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Andrea Wagner Loßburg-Betzweiler. Schwäbisch-deftige Hausmacherkost erwartete die über 400 Gäste bei der Aufführung der Komödie "Die Silberhochzeit" in der voll besetzten Heimbachhalle in Betzweiler.Vorsitzender Robert Eisele begrüßte die Besucher. Seit nunmehr 28 Jahren hält der Sportverein Betzweiler-Wälde die Tradition aufrecht, ein Theaterstück zu erarbeiten. Diesmal wurde die Komödie "Die Silberhochzeit" von Regina Rösch aufgeführt.

Das Stück in drei Akten handelt vom ganz normalen alltäglichen Wahnsinn in einer schwäbischen Familie und all den Irrungen und Wirrungen, die daraus entstehen, je mehr Freunde und Bekannte mit ins Geschehen einbezogen werden.

Die Laienschauspielgruppe unter der Regie von Klaus Reich bot eine rasante Vorstellung, in der ein Gag dem nächsten folgte und die Zuschauer aus dem Lachen nicht herauskamen. Gekonnt legten die Akteure dramaturgische Pausen ein, um den Text nicht in den Lachsalven untergehen zu lassen.

In der Kulisse eines etwas in die Jahre gekommenen, unordentlichen Wohnzimmers lebte das Ehepaar Betty und Emil Fetzer, gespielt von den großartig und urkomisch agierenden Darstellern Iris Wössner und Jens Grözinger, und war völlig überrascht vom bevorstehenden 25-jährigen Ehejubiläum.

Man war sich uneinig, wie dieses Jubelfest gestaltet werden sollte. So griff jeder zu seinen eigenen Methoden – Emil Fetzer zum Schnaps, und seine Frau Betty zu tränenreichen Ausbrüchen oder Wut-anfällen.

Iris Wössner und Jens Grözinger zeigten die ganze Bandbreite ihres komödiantischen Talents. Zudem wurden sie kräftig unterstützt von ihren guten Freunden Helga und Oswald Geiger (Gabi Reich und Heinz Schmider) sowie vom Fetzer-Sohn Stefan, leicht naiv, aber schlitzohrig dargestellt von Daniel Haas. Dann kündigte sich auch noch der reiche Erbonkel Bill (Armin Graf) aus Texas an, dem man brieflich jahrelang ein Familienidyll vorgegaukelt hatte. Dies machte das Chaos perfekt.

Kurzerhand wurde ein Theaterstück im Theaterstück inszeniert, damit der Onkel wohlgesonnen bleibt und eventuell mit einem großzügigen Scheck etwas zur Silberhochzeit beisteuert.

In diesem Durcheinander fungierte Zahnarzthelferin Susanne Pfeiffer (Kathrin Eisele) als Verlobte von Stefan Fetzer, und der Nachbar Maximilian Müller, dargestellt von Michael Asbach, übernahm alle übrigen Rollen wie etwa die des Kommandanten der Feuerwehr, des Vorsitzenden des Sportvereins oder des Buttlers James, den Asbach in Anlehnung an die Silvesterkomödie "Dinner for one" (sogar mit Eisbärfell) überzeugend persiflierte. In rasanten Verkleidungsszenen zeigten die Schauspieler auch noch ihr musikalisches Talent, als sie einen Gesangs- und einen Musikverein darstellten.

Am Schluss stellte sich heraus, dass Onkel Bill nur ein von Betty Fetzer eingeweihter Freund war, der dazu beitrug, dem Gatten etwas auf die Sprünge zu helfen, um dem Fest noch einen würdigen Rahmen zu geben. Mit tosendem Beifall und Bravo-Rufen wurde das Ensemble vom Publikum belohnt.

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