Löffingen Verwahrloste Katzen aus Wohnung gerettet

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Tierquälerei: Diese kleine Perserkatze musste von ihrem Fell befreit werden, um nicht zu ersticken. Seinem Bruder konnten der Tierschutzverein und der Tierarzt nicht mehr helfen. Foto: Bächle

Löffingen - Carola Hannes vom Tierheim in Löffingen ist schockiert – und appelliert an die Bevölkerung.

Seit 36 Jahren engagiert sich Carola Hannes für den Tierschutz. Zusammen mit ihrem Team kümmert sie sich um verlassene, verwahrloste und teilweise auch um so manches erschreckende Tierschicksal. Erst jüngst wurde wieder ein schwerer Fall von Tierquälerei aufgedeckt, welches ein Kätzchen sogar mit dem Tod bezahlen musste. "Leider ist es kein Einzelfall", sagt sie, aber ein Grund, sich wieder an die Öffentlichkeit zu wenden und mit offenen Augen und Ohren zum Wohle der Tiere zu handeln.

"Wo Tiere gequält werden, hungern müssen oder nicht artgerecht gehalten werden", müssten die Menschen etwas tun und sich nicht hinter fadenscheinigen Argumenten verstecken", meint die Tierschützerin. Bei Fehlverhalten von Menschen sei Zivilcourage gefragt.

Aufmerksamer Bürger informiert Tierschützer

Diese hatte ein Bürger in Lenzkirch, der den Tierschutzverein Löffingen informierte. Er hatte beobachtet, dass zwei Katzen weder gefüttert noch mit Wasser versorgt wurden. Dieser Hilferuf veranlasste die Löffinger Tierschützer, sofort zu handeln. Erst nach längerem Suchen und dem Einschalten der Behörden fanden sie die beiden Wohnungskatzen, die unter schlimmsten hygienischen Bedingungen lebten.

"In meiner langen Zeit als Tierschützerin habe ich noch nie so etwas schreckliches gesehen", berichtet Carola Hannes. Die Katzen seien verwahrlost gewesen, die Wohnung übersät mit Katzenkot. Eines der Tiere habe apathisch auf dem Sofa gelegen, die andere sei im Schlafzimmer entdeckt worden. Beides waren Perserkatzen und Brüder.

Hannes beschreibt, dass das lange Fell komplett verfilzt und mehre Zentimeter dick war. Die Tiere hätten sich kaum mehr bewegen und atmen können, denn das Fell hatte sich wie ein Panzer um die kleinen Körper geschlungen.

Tierarzt Schleinzer behandelte die beiden Katzen und musste eine der beiden einschläfern, um sie von ihren Schmerzen zu erlösen.

Durch das Hungern war der Darm und die inneren Organe nicht mehr zu retten. Die andere Katze konnte durch eine radikale Fellschur von ihrem Panzer befreit werden und nach jahrelangem Martyrium in die Obhut des Löffinger Tierschutzvereins übergeben werden.

Ein schlimmes Beispiel, doch bei weitem nicht das Einzige, wie die Löffinger Tierschützer berichten. Gerade jetzt in der kommenden Ferienzeit werden viele Tiere einfach ausgesetzt. Carola Hannes appelliert an die Besitzer, sich schon im Voraus um "Tiersitter" zu kümmern. In Notfällen, auch wenn aufgrund einer Lebenssituation die Tiere zuhauses nicht optimal versorgt werden können, steht der Tierschutzverein mit Rat und Tat zur Seite.

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Der Appell von Carola Hannes richtet sich an die Bevölkerung, die Missstände anzuzeigen, denn nur so könne der Tierquälerei Einhalt geboten werden.

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